Forschungsfrage

Kann man Krebs aushungern?

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Forschende der Med-Uni Graz lassen mit neuen Erkenntnissen übers Fasten als ergänzende Behandlung gegen Leberkrebs aufhorchen.

Durch Fasten Tumoren die Nahrung zu entziehen und so ihrem Wuchern Einhalt gebieten zu können ist eine alte Idee. Wenn sich moderne Forschung mit dieser Möglichkeit befasst, liegt ein Hauptaugenmerk auf den Mitochondrien – den „Kraftwerken“ der Zellen, in denen die Zellatmung lokalisiert ist. Bereits vor über 100 Jahren untersuchte der deutsche Biochemiker und Nobelpreisträger Otto Warburg die mitochondriale Zellatmung von Krebszellen.

„Warburg postulierte damals, dass man Krebs zu Tode hungern könne“, sagt der Zell- und Molekularbiologe Andreas Prokesch vom Gottfried-Schatz-Forschungszentrum der Med-Uni Graz. „Diese Idee wurde erst in den vergangenen Jahren mit modernen molekularbiologischen Methoden und dem Wissen über die Sequenz des humanen Genoms wieder aufgegriffen.“ Vor allem die Kombination von Nahrungsentzug und Therapie sei beforscht worden, allerdings bisher noch nicht bei Leberkrebs.


Die häufigste Art des Leberkrebses – das hepatozelluläre Karzinom – verzeichnet weltweit steigende Inzidenzen. Als erstes Medikament, dessen lebensverlängernde Wirkung bei dieser Erkrankung belegt werden konnte, gilt seit 2016 Sorafenib – ein Wirkstoff, der zur Gruppe der Tyrosinkinase-Inhibitoren zählt. Sorafenib und Nachfolgepräparate derselben Wirkgruppe schlagen anfänglich in der Behandlung meist gut an. Ihre Wirksamkeit ist dennoch zeitlich begrenzt, da die Krebszellen relativ früh dagegen resistent werden. Die Vorgänge während der Behandlung von Krebszellen mit diesem Wirkstoff in Kombination mit unterstützendem Fasten untersucht die Grazer Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht und dem Max-Planck-Institut in Dresden seit vier Jahren. Aktuelle, im Fachmagazin Science Advances veröffentlichte Ergebnisse klingen vielversprechend.

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