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Geschichte

Das zweite Schlachtfeld war im Lazarett

Krankenschwestern in Schutzanzügen im k. u. k. Epidemiespital in Troppau.
Krankenschwestern in Schutzanzügen im k. u. k. Epidemiespital in Troppau.[ Sammlung Frauennachlässe an der Universität Wien / SFN NL 173 E. Gollhammer ]
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Zehntausende Frauen erlebten den Ersten Weltkrieg als
Krankenschwestern und Pflegerinnen. Sie arbeiteten zum Teil nahe der Fronten, wurden aber von der Geschichtsschreibung lang ignoriert.

Frauen und Kinder flüchten, Männer bleiben, um ihr Land zu verteidigen – so scheint es auch aktuell in der Ukraine der Fall. Oder? „In der medialen Darstellung und im propagierten Konzept, das dahintersteht, werden die Rollen im Krieg ganz klar nach Geschlechtszugehörigkeit geordnet – damals wie heute“, sagt Christa Hämmerle von der Universität Wien. Dabei kämen diese gerade in der Realität des Krieges völlig durcheinander.

„Die Krankenpflegerinnen im Ersten Weltkrieg sind ein gutes Beispiel dafür, dass Krieg immer auch zu ,Gender Troubles‘ führt“, erklärt die Historikerin. „Sie befanden sich teilweise direkt hinter den Feuerlinien in einer Art von Zwischenraum.“ Die in Österreich-Ungarn1868 eingeführte Allgemeine Wehrpflicht hatte schon Jahrzehnte vorher klare Rollenzuschreibungen im Kriegsfall festgeschrieben. „Sie war ein wichtiger Faktor für gesellschaftliche Militarisierungsprozesse und hat indirekt auch die Frauen betroffen.“