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Ukraine-Krieg

Moskau setzt Hyperschall-Rakete ein

Rauch über Kiew: Russland setzt seine Offensive am Tag 24 des Krieges unvermindert fort.
Rauch über Kiew: Russland setzt seine Offensive am Tag 24 des Krieges unvermindert fort.APA/AFP/FADEL SENNA
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Russland greift militärische Ziele in der Ukraine an. In Mariupol gehen die Kämpfe unvermindert weiter.

Im Zentrum von Mariupol finden Kämpfe statt, Panzer sind auf den Straßen“, erklärte der Bürgermeister der von russischen Einheiten eingekesselten Stadt Mariupol, Wadim Bojtschenko, am Samstag gegenüber der BBC. Die südostukrainische Stadt am Asowschen Meer stehe unter Artilleriebeschuss, auch „alle Arten von Waffen werden in diesem Gebiet abgefeuert“, so der Bürgermeister. „Unsere Streitkräfte tun alles, was sie können, um ihre Position in der Stadt zu halten, aber die Kräfte des Feindes sind leider größer als unsere.“ Die Stadt dürfte kurz vor dem Fall stehen.

Russland setzte am Samstag seine Offensive gegen Mariupol fort, das seit drei Wochen stark umkämpft wird. Rund 80 Prozent der Stadt seien zerstört, so Bürgermeister Bojtschenko. Noch immer völlig unklar ist die Zahl der Opfer nach dem Bombardement eines als Schutzort genutzten Theaters in der Stadt. Der Bombenschutzkeller des Gebäudes hatte dem Beschuss standgehalten. Bürgermeister Bojtschenko erklärte, aufgrund des andauernden Beschusses sei es für die Rettungsteams sehr schwierig, den Zugang zum Keller freizulegen. Schätzungen zufolge hatten etwa 1000 Menschen in dem Theaterkeller Schutz gesucht.

Angriff auf Kaserne

Auch in anderen Teilen der Ukraine gingen die Kämpfe unvermindert weiter: Nach eigenen Angaben nutzte Russland zum ersten Mal seit Kriegsbeginn die Hyperschall-Rakete „Kinschal“ (Dolch). Das unterirdische Munitionsdepot der ukrainischen Luftwaffe in Deljatyn im Gebiet Iwano-Frankiwsk sei am Freitag durch die ballistische Rakete vernichtet worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Samstag mit. Und bei einem Angriff auf eine Kaserne in Mykolajiw wurden Augenzeugen zufolge Dutzende Menschen getötet.

Mit einem Vorwurf Richtung USA meldet sich am Samstag der russischen Außenminister Sergej Lawrow zu Wort: Die USA würden die Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew erschweren. „Man hat ständig das Gefühl, dass die ukrainische Delegation an der Hand gehalten wird, höchstwahrscheinlich von den Amerikanern, und es ihnen nicht erlaubt wird, den Forderungen zuzustimmen, die meiner Meinung nach absolut minimal sind“, so Lawrow zur Agentur Interfax. Lawrow erklärte außerdem, dass die zunehmenden Spannungen mit dem Westen Russlands Beziehungen zu China stärken würden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat Moskau indes erneut zu ernsthaften und ehrlichen Friedensgesprächen aufgerufen. Er bekräftigte seine Forderung nach direkten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

(zoe)