Ich bin also nun in meiner Mobiltelefonevolution auch beim iPhone angelangt. Und bin mir nicht sicher. Erstens war es jahrelang der Inbegriff des Fortschritts, dass Handys (im Übrigen das dümmste Wort deutscher Zunge) immer kleiner geworden sind. Das hat zu Phasen geführt, in denen die Dinger so winzig waren, dass man nie sicher sein konnte, ob das, was man gesprochen hatte, auch bis zu dem Mikrofon irgendwo dort beim Ohr vorgedrungen ist. Und jetzt dieses Trumm. Zweitens hätte ich als Kind und Jugendlicher für so ein Ding getötet. Da ich nicht wissen will, ob nicht auch meine Buben für mein iPhone töten würden, halte ich mich abends seit Kurzem nicht mehr so gern allein im Wohnzimmer auf. Drittens hab ich noch nie mit dem iPhone telefoniert, weil ich nicht weiß, wie ich alle meine Kontakte darüber in Kenntnis setzen soll, dass ich eine neue Nummer habe. Massen-SMS lehne ich nämlich ideologisch ab, das weckt nur schlafende Hunde.
Dafür spiele ich leidenschaftlich gern „Angry Birds“, ein Spiel, bei dem man mit Vögelköpfen via Steinschleuder Schweineköpfe in Glas-Holz-Stein-Pyramiden treffen muss. Jüngst hat mich mein Ältester noch auf „Pflanzen vs. Zombies“ aufmerksam gemacht. Ein Spiel, bei dem man Zombies mit kugelspuckenden Pflanzen daran hindern muss, sich ihren Weg ins Haus zu bahnen. Viertens haben mich von meinem Chefredakteur abwärts verschiedenste Personen wegen einer weißen Plastikschutzhülle verhöhnt, die ich an meinem iPhone angebracht habe. Nicht aus modischen Gründen, nein, sondern weil ich das Kratzen der gläsernen Telefonoberfläche auf Tischplatten nicht ertragen kann (das Tafel-Kreide-Phänomen). Fünftens mag ich nicht ständig das Display putzen. Andererseits: Ohne „Angry Birds“ leben wollte ich auch nicht mehr. Da bin ich mir sicher.