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Ausschnitt von der Riesenbaustelle für Ägyptens künftige Hauptstadt östlich von Kairo. Sie firmiert noch nüchtern unter „New Administrative Capital“, soll aber einmal einen „richtigen“ Namen tragen.
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Geplante Hauptstädte

Gigantische Metropolen vom Reißbrett

Ihre Hauptstädte sind heillos überlastet und platzen aus allen Nähten: Indonesien und Ägypten stampfen daher neue Verwaltungszentren in der Peripherie aus dem Boden, um Behörden und Bewohnern mehr Raum zu geben. Die milliardenschweren Megaprojekte sind jedoch auch umstritten.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion brachen 1100 Militär-Lkw im November 2005 von der burmesischen Hauptstadt Rangun auf und rollten auf der neuen Autobahn 320 Kilometer an einen damals noch unbekannten Ort im Landesinneren. In einer Ebene und zwischen Reisfeldern hatte die Militärjunta unter strenger Geheimhaltung die neue Hauptstadt errichten lassen, die Rangun an der Küste ablöste. Entstanden war indes ein Monument des Größenwahns, wo die wenigsten wohnen wollten. Beamte wurden schließlich zum Übersiedeln nach Naypyidaw, wie die Hauptstadt getauft wurde, regelrecht gezwungen.

Naypyidaw, heute angeblich über 1,1 Millionen Einwohner, mag ein absurdes Beispiel sein. Doch immer wieder erachten Regierung oder Machthaber den Bau einer neuen Hauptstadt als notwendig: Abuja in Nigeria, 1991 zur Hauptstadt erhoben, sollte die Küstenmetropole Lagos entlasten und die Menschen ins Landesinnere locken. Islamabad, in den 1960er-Jahren ebenfalls im Landesinneren errichtet, gilt heute als beliebteste Stadt Pakistans.