„We“ heißt das sechste Album der seit 2002 aktiven kanadischen Band Arcade Fire, das am 6. Mai erscheint. Die erste Hälfte steht unter dem Motto „I“ und behandelt Angst und Isolation.
Arcade Fire: „The Lightning I, II“. Zwei zusammenhängende Songs im Namen des Blitzes, doch zumindest im Text schlägt dieser nicht ein (obwohl das einleitende, an „Pinball Wizard“ erinnernde Gitarrenriff danach klingt). Nein, es geht um das Warten auf den prophezeiten Einschlag: „When the lightning comes“, heißt es am Ende des ersten Songs, „waiting on the lightning“ im zweiten. Wie so oft bei Arcade Fire bleibt offen, wie religiös die Prophezeiung gemeint ist. Sie klingt jedenfalls hymnisch. Wobei im ersten, von einem idyllischen Klavier getragenen Teil, ein Kollektiv („we“) sowohl Subjekt als auch Objekt der Hymne ist. Die gesammelte Energie entlädt sich im rasenden zweiten Teil. Den Donner habe er schon gehört, singt Win Butler, von Glockenklängen verfolgt: „I thought it was the answer, but I find I got the question wrong. I was trying to run away, but a voice told me to stay and put the feeling in a song.“ Das hat er getan.
Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2022)