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A CAREFUL REFILL von John Surtees' Lola Chevrolet T70, Oulton Park, 1965. Aus dem wunderbaren Band „Gasoline and Magic", Edition Patrick Frey.
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Synthetische Kraftstoffe

Pack den Wind in den Tank: Was ist dran am Zauberwort E-Fuels?

Kritiker sehen in E-Fuels ein Ablenkungsmanöver, Befürworter die einzige Chance, den globalen Fuhrpark schnell klimaneutral zu bekommen. Im Süden Chiles entsteht gerade die erste Anlage, aus der heuer noch Kraftstoff sprudeln soll. Dahinter steht eine prominente Automarke.

Haru Oni bedeutet in der Sprache von Chiles indigenen Einwohnern „starker Wind“. Davon gibt es in der Region Magellanes im Süden des Landes reichlich, wenn der Landstrich mit seiner kargen Vegetation auch sonst nicht viel hergibt.

Haru Oni ist ebenso der Name einer Industrieanlage in der windgepeitschten Gegend. Sie ist derzeit noch Baustelle, die Arbeiten begannen vor sechs Monaten. Noch in diesem Jahr soll der Betrieb aufgenommen werden. Dann sollten die ersten paar Tausend oder Zigtausend Liter aus der Fabrik fließen – von einem Kraftstoff, der aus Windenergie, Wasser und Kohlendioxid gewonnen wird. Alles Zutaten, die im Überfluss vorhanden sind.

Wasser gibt es, das Kohlendioxid wird der Luft entnommen und der Wind bläst in dieser Ecke Chiles an 270 Tagen des Jahres mit so viel Kraft, wie die Siemens-Turbine nur aufnehmen kann. Der Sprit, der schließlich gewonnen wird, lässt sich, in der Raffinerie veredelt, in nahezu jedem heutigen Benzinmotor verbrennen, ohne Umrüstung. Was bei dieser Verbrennung an CO2-Emissionen anfällt, wurde zuvor der Luft entnommen. Damit ist der Kraftstoff, E-Fuel genannt, klimaneutral, weil im Kreislauf von Gewinnung und Verwendung kein CO2 anfällt.

Im Labor funktioniert das schon. Haru Oni wird die erste Anlage sein, in der dies im industriellen Maßstab geschehen soll – einstweilen zwar bescheiden für den ungeheuren Kraftstoffdurst der Welt, aber immerhin.

Liegt in dieser menschenleeren, abgelegenen Gegend also der Einstieg in den Ausstieg aus der Klimakrise?