Aus Typen und Szenen, die der große Karikaturist Manfred Deix verewigt hat, haben Marcus Rosenmüller und Santiago López Jover den Animationsfilm „Rotzbub“ gemacht. Ganz gut.
Was tut das Deix-Baby im Mutterleib? Es hängt an der Nabelschnur und spielt mit seinem Zumpferl. Und was tut es nach der Geburt? Es schreit, bis es die üppige Mutterbrust erhascht, dann lächelt es zufrieden, was die Hebamme im breiten Niederösterreichisch kommentiert: „De Mannsbülder san eh olle gleich.“
Nein, diese Szenenfolge hat Manfred Deix (1949–2016) nicht selbst gezeichnet. Doch ein Film, der The World according to Deix schildert, muss naturgemäß so beginnen. Also beginnt „Rotzbub“ so. Und spielt in Siegheilkirchen, dahinter verbirgt sich Böheimkirchen, wo Deix aufgewachsen ist, meist im Wirtshaus „Zur blauen Weintraube“ seiner Eltern. Im Film heißt es „Zur grünen Rebe“, dort kommt der Wein in Dopplern, auf denen „Weißer Weißwein“ steht. Dort sitzen sie alle vor holzgetäfelten Wänden, die Ortsgrößen, der Pfarrer, der Bürgermeister, der Polizist und der Friseur, volkstümlich „Pudelscherer“ gerufen, der den Buben gegen deren Willen die Haare stutzt, darum heißt er wohl Kurz. Nebstbei ist er bei einem Verein unverbesserlicher Nazis, die einen Hund namens Blondi befehligen.