Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Wetter

Trockenster März seit 160 Jahren?

++ THEMENBILD ++ 'TROCKENHEIT'
Am Neusiedler See liegt der Wasserpegel im Hafen von Rust derzeit bei 1,23 Meter.APA/ROBERT JAEGER
  • Drucken

Kommt mit dem Wetterumschwung am Dienstag kein Regen, ist dieser März der trockenste seit Messbeginn. Und: Seit zehn, 15 Jahren wird es im Frühling immer trockener.

Noch ist der März nicht vorbei, aber so wie es derzeit aussieht, könnte der Monat einen wenig erfreulichen Rekord aufstellen. Bringt der Wetterumschwung am Dienstag nächster Woche keinen Niederschlag, dürfte der März der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen der Niederschlagsmengen sein. Laut Nikolas Zimmermann, Meteorologe bei der Ubimet, reichen diese Aufzeichnungen bis in das Jahr 1858 zurück (Temperaturaufzeichnungen gibt es etwa 70, 80 Jahre länger).

In den vergangenen zehn, 15 Jahren habe die Trockenheit im März und April generell zugenommen, so Zimmermann. „Heuer ist es aber noch extremer. Dieser März ist außergewöhnlich. Wir haben in manchen Regionen noch überhaupt keinen Niederschlag gehabt“ – etwa in Innsbruck oder auch Graz. Lediglich im Salzkammergut gab es etwas Regen, allerdings für die Region sehr wenig.

In den nächsten Tagen ist auch kaum mit Niederschlag zu rechnen. Erst am kommenden Dienstag stellt sich die Großwetterlage um. Da zieht das Hoch ab und wird von Tiefdruck abgelöst, der die Wahrscheinlichkeit für Niederschlag erhöht. Die Prognosen für kommende Woche seien noch sehr ungenau, so Zimmermann. Aber es könnte ab Dienstag im östlichen Bergland und am Alpenostrand zu Niederschlag kommen, am Mittwoch und Donnerstag dann im zentralen Bergland und im Süden des Landes. „Aber das ist noch alles sehr unsicher.“

Temperaturanstieg in der Arktis

Warum die Trockenheit im Frühling in den letzten zehn, 15 Jahren zugenommen hat, sei nicht so einfach zu beantworten. „Die Ursache wird im Jetstream vermutet, das ist die Starkwindwand in zehn Kilometern Höhe“. Der wiederum wird von den steigenden Temperaturen beeinflusst. „Ob der entscheidende Faktor der Temperaturanstieg in der Arktis oder in den Tropen ist, weiß man noch nicht genau. Die meisten Klimaforscher gehen davon aus, dass die Arktis die Ursache ist, aber das muss noch genau erforscht werden.“

Ob dieser Sommer dann auch ebenso trocken wird, wie es der März war, lasse sich noch nicht sagen. Das hänge stark vom April ab. Sollte der auch sehr trocken sein, ist mit einem niederschlagsarmen Sommer zu rechnen, weil dann weniger Wasser in der Biosphäre ist und die Feuchtigkeitsquellen fehlen.

Auffallend ist aber, dass der Landregen, also beständiger länger anhaltender Regen generell seltener wird. Extreme Niederschlagsereignisse werden hingegen häufiger. Allerdings kann ein stark ausgetrockneter Boden das Wasser dann nicht gut aufnehmen.

Landwirtschaft angespannt

Die starke Trockenheit macht die heimsche Landwirtschaft nervös. „Die Lage ist angespannt. Kommt in den nächsten Wochen kein Regen, ist das dramatisch. Wenn es aber regnet, kann alles noch gut werden“, sagt Ferdinand Lembacher, Generalsekretär der Österreichischen Landwirtschaftskammer zur „Presse“. Derzeit hoffe und bete man, dass es bald regnet. Üblicherweise würde man sich auf die Reserven des Winters stützen, die gibt es heuer aber auch kaum.

Besonders betroffen von der Trockenheit sind Wintergetreide, wie Weizen und Roggen, aber auch Raps, Frühjahrsaussaaten und Grünland. Gemüse werde größtenteils ohnehin bewässert. Obst und Wein haben mit der Trockenheit noch weniger ein Problem. Bei diesen Kulturen waren hingegen die kalten Nächte günstig, damit sie nicht besonders früh austreiben und dann von Spätfrösten bedroht werden.

Generell reagieren die heimischen Landwirte auf die steigende Trockenheit seit Jahren, in dem sie gezielt jene Kulturen und Arten ansetzen, die damit besser auskommen. „Bewässern ist nur in wenigen Regionen möglich, die Frage ist immer, ob ausreichend Grundwasser vorhanden ist“, so Lembacher. Größtenteils sei man einfach vom Regen abhängig.