Wie zwingt man Wladimir Putin einen „Erschöpfungsfrieden“ auf? Darüber machte sich der österreichische Militäranalytiker Gustav Gressel bei Armin Wolf Gedanken.
Beinahe vier Wochen ist es her, dass Russland die Ukraine überfallen hat. Es kommt einem lange und kurz zugleich vor. Viel hat man gelernt in dieser Zeit, über Geografie, Waffen, Logistik, Mut, Grausamkeit. Während Kriegsfilme das Geschehen oft spürbar machen wollen, zeigt der Ukraine-Krieg auch seine kalte Seite: Emotionen dienen als Mobilisierungsmethode, es geht um Strategie, als wären die Beteiligten Figuren auf einem Brettspiel. Diese kalte Seite ist das Metier von Militärexperten, deren Rhetorik zugleich fasziniert und verstört.
Am Dienstagabend sprach der Militäranalytiker Gustav Gressel von der Denkfabrik European Council on Foreign Relations mit Armin Wolf über die Möglichkeit eines Friedens. „Ermattungsfriede“ oder „Erschöpfungsfriede“ nannte er diesen. Bald dürfte der nicht eintreten. Zwar stockt der Fortschritt der Russen – „im Fachjargon nennt man das eine operative Pause“, sagte Gressel –, aber „das ist noch nicht der große Wendepunkt“. Vielmehr spiele der russische Präsident Wladimir Putin seiner Meinung nach auf Zeit: Am 1. April rücken neuen Rekruten in die russische Armee ein.