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Ukraine-Krieg

Harte Kritik der Helfer: "Verteilung der Flüchtlinge auf Private funktioniert nicht"

UKRAINE: WIEN - MESSE WIRD ZUM AUFNAHMEZENTRUM UMFUNKTIONIERT
Das Erstaufnahme-Zentrum in der Wiener MesseAPA/MARKUS HECHENBERGER
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„Train of Hope“ ist unzufrieden mit dem Bund und fordert Wiens Bürgermeister zum Handeln auf.

Von einem reibungslosen Ablauf im Austria Center Vienna ist keineswegs mehr die Rede. Dass dies am Ende in einen Rückstau bei der Wohnungsvermittlung mündet, darauf macht nun die Flüchtlingshilfe „Train of Hope“ aufmerksam. Sie macht vor allem die „Versäumnisse im Krisenmanagement des Bundes“ dafür verantwortlich.
Dieser weist das aber zurück. „Es fehlt weder an Koordination, noch geht es zu langsam. Die Verteilung funktioniert sehr gut. Wir können diese Kritik von Train of Hope nicht nachvollziehen“, heißt es aus dem Innenministerium zur „Presse“.

Die Organisation „Train of Hope“ betreut seit Anfang März im Ankunftszentrum in der Engerthstraße Vertriebene aus der Ukraine.
Sie appelliert an Österreichs Bürgermeister, Eigeninitiative zu ergreifen, um für die Unterbringung der ukrainischen Familien zu sorgen. „Das macht Wien von Anfang an. Was die Stadt Wien tun kann, macht sie. Für die Abwicklung ist der Bund verantwortlich“, heißt es es aus dem Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Überlastung, Überforderung, Rückstau

Bevor die ukrainischen Familien zu einem Wohnquartier kommen, würden laut der Flüchtlingskrisenkoordinatorin von „Train of Hope“, Manuela Ertl, teilweise bis zu zwei Wochen vergehen. „Die Menschen werden primär in ein Massenquartier – oft Hallen – gebracht, wo ein Feldbett an das nächste aneinandergereiht steht. Die Familien mit Kleinkindern werden meistens nur notdürftig betreut. Das Kindeswohl bleibt viel zu oft außer Acht. Die Verteilung auf die privaten Unterkünfte, die von der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) eingemeldet wurden, funktioniert nicht“, kritisiert Manuela Ertl im Gespräch mit der „Presse“.