Für einen Bruchteil einer Sekunde konnten die Physiker Anti-Wasserstoff in Magnetfeldern halten. Das reicht für eine Beobachtung der Atome. Viele Fragen rund um Antimaterie sind noch ungeklärt.
Wissenschaftler am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf haben erfolgreich Antimaterie produziert und eingefangen. Die Forscher sind aus dem Häuschen, denn bisher war es lediglich gelungen, Anti-Wasserstoff herzustellen, aber nicht, für Studienzwecke aufzubewahren. Möglich wurde das durch Magnet-Fallen, die im Rahmen des ALPHA-Experiments entwickelt wurden. Damit sind die CERN-Forscher einen Schritt weiter, um eines der größten Geheimnisse der Wissenschaft aufzuklären. Sie wollen herausfinden, was Materie und Antimaterie unterscheidet.
Zu Beginn des Universums, also kurz nach dem Urknall, soll es Materie und Antimaterie im selben Ausmaß gegeben haben, lautete die gängige Theorie. Dennoch besteht unsere Welt großteils aus Materie. Die Forscher wollen herausfinden, was aus der Antimaterie geworden ist, und warum sie in der Natur nicht auffindbar ist.
Nur eine Zehntelsekunde Zeit
Antimaterie einzufangen ist enorm schwierig. Sobald sie mit Materie in Kontakt kommt, vernichten sich beide und setzen Energie frei. Selbst mit den Magneten gelang es den Forschern gerade einmal für eine Zehntelsekunde, die Anti-Wasserstoffatome zu beobachten, bevor sie sich auflösten. Schließlich besteht das gesamte Testumfeld, in dem die Antimaterie erzeugt wird, aus Materie. Insgesamt konnten die Forscher 38 Antimaterie-Atome lang genug einfangen, um sie zu studieren.
Neben ALPHA gibt es noch weitere Antimaterie-Projekte am CERN. Das ASACUSA-Experiment behandelt eine neue Technik bei der Herstellung von Antiwasserstoff. Dabei soll es möglich sein, einen konstanten Strahl zu produzieren, der anschließend beobachtet werden soll.
(Red.)