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Baba, Algorithmus?

Instagram bringt Option für chronologischen Feed zurück

Eine Handvoll Tools soll das Instagram-Erlebnis verbessern.
Eine Handvoll Tools soll das Instagram-Erlebnis verbessern.(c) Getty Images (Emanuele Cremaschi)
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Die Social-Media-App bietet künftig die Möglichkeit, zwischen chronologisch- und algorithmisch-gereihtem Feed zu wählen - und bestimmte Accounts zu favorisieren.

Die Umstellung vom chronologischen Feed zum Algorithmus-geleiteten hat im Jahr 2016 bei Instagram-Nutzerinnen und -Nutzern für Unmut gesorgt. Nun bringt das soziale Netzwerk die ursprüngliche (nach Uhrzeit und Datum gereihte) Abfolge zurück - zumindest für jene, die möchten. Standardmäßig wird das Algorithmus-Ranking bleiben, User können es jedoch abwählen. Eine Option, die der Kurznachrichtendienst Twitter seit geraumer Zeit bietet.

Bereits vergangenes Jahr kündigte Adam Mosseri, CEO von Instagram, die neue alte Option an - und zwar während einer Senatsanhörung über die Auswirkungen der Plattform auf Jugendliche. Damit entgegnete er den Bedenken, Algorithmen würden jüngere Nutzerinnen und Nutzer in Negativspiralen gefangen halten können, die auf Dauer der psychischen Gesundheit schaden würden. Aus Untersuchungen wisse man aber auch, dass Nutzerinnen und Nutzer mit einem algorithmisch-geordneten Feed ein besseres Instagram-Erlebnis hätten, „daher werden wir den Usern den chronologischen Feed nicht standardmäßig vorgeben“, heißt es in einer Erklärung seitens des Unternehmens Meta.

Favoriten-Funktion als Bonus

Seit Mittwoch ist es für Instagram-User möglich, zwischen den beiden Abfolgen des Start-Feeds zu wählen. Zwei Klicks und man sieht alle Beiträge in chronologischer Reihenfolge. Bei der Ansicht des Start-Feeds, links oben auf den Instagram-Schriftzug klicken und „Gefolgt“ auswählen. Die Social-Media-App bietet nun außerdem eine Favoriten-Funktion an. Sie soll die neuesten Beiträge einer Liste bestimmter Konten anzeigen, etwa den engsten Freunden oder Lieblingsaktivistinnen. Bis zu 50-Konten lang kann diese Liste sein, die Beiträge der favorisierten Accounts wird auch im normalen Start-Feed weiter oben angezeigt. Sie sind durch ein Sternchen-Symbol gekennzeichnet. Benachrichtigt werden Nutzerinnen und Nutzer nicht, wenn sie von anderen Personen als „Favorit“ gekennzeichnet werden.

Die Neuerungen erfolgen etwa ein halbes Jahr, nachdem die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen Hunderte von internen Dokumenten veröffentlicht hat, darunter auch einige, die zeigen, dass sich das Unternehmen der Tatsache bewusst war, wie schädlich Instagram, insbesondere für Mädchen im Teenageralter, sein kann. Seither hat die Plattform eine Handvoll (vermeintlicher) Schutzmaßnahmen eingeführt, darunter ein Tool namens „Take a Break“ (zu Deutsch: Mach eine Pause), das Nutzerinnen und Nutzer dazu ermutigen soll, sich nach einer bestimmten Zeit des Scrollens eine kleine Pause zu gönnen. Die Funktion „tägliches Zeitlimit“ wurde indes leise eingeschränkt. So wurde die Möglichkeit, sich nach zehn Minuten alarmieren zu lassen, auf 30 Minuten erweitert.

Statt Eigenkontrolle setzt man - zumindest bei jungen Menschen - scheinbar auf die der Eltern. Zu Beginn des Monats hat Instagram ein Tool eingeführt, mit dem Eltern sehen können, wie viel Zeit ihre Kinder auf Instagram verbringen und diese in weiterer Folge einschränken können.

(evdin)