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Ausstellung zum Männerbild

In Harnisch und Rüstung: Stichfeste Gestalten

Weder traurige Gestalt noch Ulkfigur: Eine Imagekorrektur des geharnischten Mannes will eine Themenausstellung
in Wien nun vornehmen.

Martialisch im Harnisch über Schlachtfelder fegende Superheldengestalten eines brachial verklärten Mittelalters auf der einen Seite, grotesk verballhornte traurige Gestalten in rostiger Hülle mit quietschendem Scharnier auf der anderen: Das sind so circa die Pole, zwischen denen Rüstungen (und ihr menschlicher Inhalt) in breitenwirksamen Erzeugnissen der Populärkultur auftauchen.

Ein realistisches, historisch verbürgtes Bild liegt allerdings in einem großzügig offen gelassenen Dazwischen, und auf genau dieses möchte Stefan Krause, Direktor der Hofjagd- und Rüstkammer in der Wiener Hofburg, mit einer großen Sonderausstellung demnächst hinweisen. „Bei meinen Recherchen stoße ich in der Popkultur häufig auf ein veraltetes, verstelltes Bild von Harnischen und der ritterlichen Kultur, das viele Menschen im Hinterkopf mit sich herum­tragen“, fasst er zusammen.

Wer sich von „Iron Men“, so der Titel der Ausstellung, nun aber zahlreiche Querverweise von historischen Exponaten auf die Gegenwart erwartet, möge diese Erwartung gleich korrigieren. Denn, so Krause, von Monthy Python bis hin zu platter Mittelalterfantasy muss alles von den Besucherinnen und Besuchern selbst mitgedacht und, der Intention des Ausstellungsmachers folgend, im Anschluss bestenfalls auch gleich verworfen werden.