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Energiepreise

Stopp der Gasimporte würde Papierindustrie schwer treffen

Die Papierindustrie warnt vor einem Gas-Importstopp.
Die Papierindustrie warnt vor einem Gas-Importstopp.dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
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Die heimische Papierindustrie leidet unter hohen Energiepreisen. Ein Importstopp für Gas würde zu Ausfällen von Fabriken führen. Und zu Versorgungsengpässen auch bei Hygieneartikeln und Fernwärme.

Hohe Energiepreise tun auch der heimischen Papierindustrie weh. Die steirische Fabrik Norske Skog in Bruck an der Mur musste aufgrund des stark gestiegenen Gaspreises sogar den Betrieb drosseln. Weil der Gaspreis nicht mehr so starken Schwankungen ausgesetzt ist, könne man die Produktion aber nun wieder schrittweise hochfahren, sagte Enzo Zadra am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Er ist Chef des Papierherstellers.

In der Branche macht man sich Sorgen, dass es zu weiteren Stillständen kommen könnte, im schlimmsten Fall sogar zu einem flächendeckenden Ausfall in der heimischen Papierindustrie. Das Szenario sei realistisch, sollte es zu einem Gas-Importstopp kommen, denn ohne Gas sei ein Betrieb nicht möglich. Zwar bezieht die energieintensive Branche ihre Energie zu rund 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen, aber es gebe Produktionsschritte, da sei Gas notwendig, hieß es vonseiten Austropapier, der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie.

Fabriken erzeugen Wärme

Dort betont man auch, dass ein Produktionsausfall weitreichende Konsequenzen hätte. Vermutlich könne man eine Weile ohne Schreibpapier auskommen, aber die Branche beliefert auch Verlage und Medien, die unter noch einmal deutlich höheren Papierpreisen leiden würden. Die Industrie stellt auch Verpackungsmaterialien her, Papier wird für Windeln gebraucht, für Klopapier und andere Hygieneartikel.

Und außerdem erzeugen Papierfabriken und Strom und Fernwärme. Stehen sie still, hat das Auswirkung auf die lokale Versorgung. “Wenn wir unsere Fabriken abstellen müssen, dann ist nicht nur die Fernwärmelieferung nicht mehr möglich, sondern es gibt auch keine Produkte mehr, die wir erzeugen“, sagte Max Oberhumer, Chef von Sappi Gratkorn.

Von der Regierung wünscht sich die Branche etwa eine Rückerstattung der CO2-Kosten. Und zwar rasch. Das sei EU-rechtlich möglich und müsse bloß verordnet werden.

(luis)