Interview

Geheimdienstexperte: "Putin hat gehört, was er hören wollte"

Der russische Präsident, Wladimir Putin, Mitte Februar auf einem vom Kreml veröffentlichten Bild.
Der russische Präsident, Wladimir Putin, Mitte Februar auf einem vom Kreml veröffentlichten Bild.via REUTERS
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Die Geheimdienste haben den Zorn Putins auf sich gezogen. Welche Fehler gemacht wurden, welche Verschwörungstheorien die Runde machen und wie wahrscheinlich ein Putsch ist, darüber spricht der russische Journalist und Geheimdienstexperte Andrej Soldatow.

Nachdem sich die Invasion der Ukraine in die Länge zieht, richtet sich die Wut Wladimir Putins auch auf seine Geheimdienste. Er entließ Generäle. Wie würden Sie den aktuellen Zustand der Geheimdienste beschreiben?

Andrej Soldatow: In Russland sind die Geheimdienste das Hauptorgan, wenn es um Repressionen geht. Nun sind mehrere FSB-Generäle inhaftiert, damit ist auch die Immunität gefallen, mit der sich die Geheimdienstmitarbeiter ausgestattet fühlten. Es herrscht Verwirrung. Und das Gefühl, dass eben nicht alles nach Plan verläuft, wie es aus dem Kreml heißt. Der Krieg in der Ukraine unterscheidet sich von anderen russischen Invasionen wie etwa auf der Krim oder in Georgien 2008. Damals waren die Geheimdienste hinter Putin, es herrschte Geschlossenheit. Diesmal unterstützen die Geheimdienste zwar den Krieg gegen die Ukraine an sich, aber wohl nicht, wie es ausgeführt wurde und wird.


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