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Medizingeschichte

„Die Pest hat den Menschen ein ganz neues Lebensgefühl gebracht“

Ein Fest für den Kampf gegen Cholera und Typhus: die Eröffnung der ersten Hochquellenwasserleitung beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz.
Ein Fest für den Kampf gegen Cholera und Typhus: die Eröffnung der ersten Hochquellenwasserleitung beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz.[ Wiener Wasser ]
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Was ist positiv an Seuchen? Die Historikerin Daniela Angetter-Pfeiffer zeigt in ihrem nun als „Wissenschaftsbuch des Jahres“ ausgezeichneten Werk manchen Mehrwert auf.

Die Presse: Der Titel Ihres Buchs „Pandemie sei Dank!“ mutet ein wenig zynisch an. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich dem Nutzen von Seuchen zu widmen?

Daniela Angetter-Pfeiffer: Ich befasse mich mit Seuchen, Infektiologie, Epidemiologie und auch Impfstrategien seit vielen Jahren. Vor allem historische Fragen zu Armee und Militär interessieren mich: Soll man Soldaten gegen Tetanus, Cholera, Typhus impfen? Wie wichtig ist es, eine Truppe zu impfen? Oder minimiere ich deren Schlagkraft, wenn die Impfung Folgeerscheinungen bringt?

Was fasziniert Sie an Seuchen?

Offenbar ist mir das in die Wiege gelegt worden. Mein Großvater war Grenzschutztierarzt, er hat sich intensiv mit Hygienemaßnahmen befasst. Ich durfte schon in jungen Jahren mit ihm zur Kontrolle der Seuchenteppiche gegen die Maul-und-Klauen-Seuche mitfahren. Der Umgang mit Infektionskrankheiten und Wege, wie man sie bekämpft, haben mich früh interessiert. Ich bin auch schon lang bei der Rettung und regelmäßig als Notfallsanitäterin im Einsatz, da ist das auch ein wichtiges Thema: Wir betreuen den Flughafen Schwechat, Themen wie Schweinegrippe und Ebola haben uns da schon vor Corona beschäftigt.


Der Titel Ihres Buchs provoziert aber schon bewusst.