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Dünger wird knapp - und immer teurer

Ein Landwirt zerkleinert mit einer Egge die groben Brocken auf seinem Feld, um es für die Aussaat vorzubereiten.
Ein Landwirt zerkleinert mit einer Egge die groben Brocken auf seinem Feld, um es für die Aussaat vorzubereiten.(c) APA/dpa/Nicolas Armer
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Wegen des Kriegs in der Ukraine gibt es weitere Probleme mit Dünger. Seit Anfang 2020 haben sich die Preise für Stickstoffdünger bereits vervierfacht.

Der russische Angriff auf die Ukraine trifft die weltweite Nahrungsmittelversorgung an einer empfindlichen Stelle: Vor allem in ärmeren Teilen der Welt könnte Dünger in diesem Jahr knapp und zu teuer für die Bauern werden. In den Industriestaaten tragen exorbitant hohe Düngerpreise zur Teuerung bei Lebensmitteln bei, wie Fachleute für den Agrarmarkt sagen. Zudem sind niedrige Ernten zu erwarten, wenn weniger gedüngt wird.

Die Düngerpreise sind vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und dessen Auswirkungen auf die internationalen Handelsströme auf ein Rekordhoch gestiegen, analysiert die CRU Group in London. Seit Anfang 2020 haben sich demnach im Gefolge der Energiepreise die Preise für Stickstoffdünger vervier-, für Phosphat und Kali mehr als verdreifacht. Russland spielt eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt als Lieferant von Stickstoff, Phosphat und Kali.

Weniger Dünger, weniger Ernte

"Der Handel über das Schwarze Meer" - eine Hauptroute für Ammoniak-Exporte - "ist komplett blockiert", sagt Shruti Kashyap, Analystin für Stickstoff bei CRU. Wegen der hohen Energiepreise hätten schon im vierten Quartal des vergangenen Jahres viele Düngerhersteller die Produktion zeitweise gestoppt, sagt Kashyap. Auch derzeit gebe es in Europa Einschränkungen, wenn auch in geringerem Ausmaß.

Sollten die Bauern weniger düngen, wird weniger geerntet werden. "Abhängig von der Witterung kann dies auf jeden Fall zu geringeren Erträgen oder schwächeren Qualitäten führen", sagt eine Sprecherin des Bayerischen Bauernverbands in München.

(Ag.)