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Kunst

Ohne Duchamp geht heute nichts

Marcel Duchamp ist der einflussreichste Künstler des 20. Jahrhunderts. Ja, das kann man so leichthin schreiben. Mit seinen „Readymades“ hat er unser Sehen und Denken über Kunst und Leben völlig verändert. Ohne Duchamp kein Ai Weiwei.

Philadelphia, das Museum of Modern Art. Tempel und Sehnsuchtsort für alle, für die Kunst nicht mit Picasso aufgehört hat. Die sich nicht bekreuzigen, wenn sie in einem Kunstraum auf ein Pissoir (mit Signatur) stoßen. Auf einen Flaschentrockner (falls sie ihn als Nutzobjekt überhaupt noch identifizieren können). Oder auf ein (meditativ vor sich hin rotierendes) Fahrrad-Rad.

Wie in der Ausstellung Ai Weiweis in der Albertina Modern, wo sich die Fahrräder sogar zu einer dornröschenhaften Hecke auftürmen, nur wird kein Turm, keine schlafende Unschuld bewehrt, sondern nichts, das Zentrum ist leer, hohl: Der chinesische Künstler setzt mit der sperrigen Installation der chinesischen Fahrrad-Traditionsmarke Forever diesem für China einst so typischen Fortbewegungsmittel, das alle gleichmachen sollte, das Denkmal seiner Endlichkeit. Ai Weiwei kann nicht umhingekommen sein, dabei an das berühmteste Fahrrad der Kunstgeschichte zu denken (siehe Abb.). An diese erste als Kunst behauptete industrielle „Fertigware“, also „Readymade“, die Marcel Duchamp mit ihm gebührend lässiger, verspielter Gebärde in die Kunstgeschichte implementierte und sie auch gleich, geschickt das Englische wählend, so benannte. Der Anfang einer Erfolgsgeschichte, ohne bisheriges Ende.

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