Saudiarabien

Eine geplante Demütigung an der Rennstrecke

Der Angriff nahe der Formel-1-Strecke von Dschidda war eine Machtdemonstration der Huthis.

Istanbul. Der saudische Kronprinz, Mohammed bin Salman, will der Welt mit internationalen Großereignissen zeigen, wie schnell sich sein islamisch-konservatives Land öffnet. Rennen der Formel 1, die seit dem vergangenen Jahr im ölreichen Golfstaat stattfinden, gehören zum Prestigeprogramm des Prinzen. Das wissen auch die Huthis, die vom Iran unterstützten Kriegsgegner der Saudis im Jemen. Ihr Beschuss saudischer Ölanlagen in der Nähe der Rennstrecke im saudischen Dschidda zwei Tage vor dem Grand Prix war eine gezielte Demütigung des Thronfolgers und De-facto-Herrschers von Saudiarabien: Die Raketen und Drohnen der Huthis griffen am siebten Jahrestag des Kriegsausbruchs im Jemen an.

In der Nacht vom 25. auf den 26. März 2015 hatten Kampfflugzeuge der Saudis und ihrer Partner zum ersten Mal Stellungen der Huthis in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bombardiert. Mohammed bin Salman, damals Verteidigungsminister, versprach sich von dem Kriegseinsatz im ärmsten Land der arabischen Welt einen schnellen Sieg über die Huthis, die gegen die saudisch gestützte Regierung in Sanaa kämpfen. Doch der Konflikt entwickelte sich zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Saudiarabien und dem regionalen Rivalen Iran, der die Huthis mit Raketen, Drohnen und anderen Waffen ausrüstet. Rücksicht auf Zivilisten nimmt keine der beiden Kriegsparteien: Nach UN-Angaben wurden bisher fast 380.000 Menschen getötet, Millionen sind vom Hungertod bedroht.


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