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Zwischentöne

Wer bestimmt, ob sich Künstler politisch äußern müssen?

Demnächst dirigiert der Grieche Teodor Currentzis in Wien und Salzburg. Er ist Nutznießer russischer Subventionen, bleibt aber stumm.

Zur schrillen Begleitmusik des grausamen Kriegs in der Ukraine gehört die weltweite – oder, sagen wir: westweite Ächtung russischer Künstler, die sich nicht offen gegen das herrschende Regime in Moskau äußern. Anna Netrebko und Valery Gergiev geben die prominentesten Beispiele ab. Gergiev hat sich zum Krieg mit keiner Silbe geäußert und verlor alle Engagements jenseits von Russland. Dafür hat ihn Wladimir Putin nun nun zusätzlich zu seiner Position als künstlerischer Leiter des Mariinski-Theaters in St. Petersburg nun auch noch zum Direktor des Moskauer Bolschoi-Theaters gemacht, aus dessen Direktionsetage zuletzt Kreml-kritische Töne gedrungen waren.

Anna Netrebko wiederum hat ihre Engagement größtenteils selbst abgesagt und ihre früher rege Knüpfarbeit an den sozialen Netzwerken gänzlich eingestellt. Dass sie sich „gegen diesen Krieg“ äußerte, genügte westlichen Meinungsbildnern nicht. Immerhin besitze die Diva ja einen österreichischen Pass, hieß es.