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Wissen Sie eigentlich, warum ausgerechnet der Rubel rollt?

Wie war das nochmal mit dem Rubel?
Wie war das nochmal mit dem Rubel?Reuters
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Über die Ursprünge der russischen Währung und warum der Dollar seine Wurzeln in Tschechien hat.

Da haben wir den Salat, weil das Öl dafür will Wladimir Putin nun in Rubel bezahlt bekommen, so wie auch das Gas, mit dem man den Salat warm machen könnte, würde man ihn denn warm essen wollen. Hat sich irgendwie nicht durchgesetzt. Aber zurück zum Zahlen, denn Sie haben sich sicher auch schon öfter gefragt, warum gerade der Rubel rollt. Nun, das wird schon auch etwas mit der hübschen Alliteration zu tun haben, aber die Redewendung geht wohl auf die russischen Aristokraten zurück, die einst auf ihren Reisen in Westeuropa ihr Geld ausgaben oder in Spielcasinos ließen. Das mit der Aristokratie hat sich dann mit der Sowjetunion eher erledigt, und nach dem Zerfall der UdSSR ließen dann halt die Oligarchen den Rubel rollen. Aber damit zu Ihrer nächsten Frage, warum nämlich der Rubel überhaupt Rubel heißt. Also, der Begriff ist eine Ableitung des Verbs rubit, was so viel wie hauen oder abhauen bedeutet. Und Rubl bezeichnete einst das abgehauene Stück eine Silberbarrens.

Das amerikanische Gegenstück hat übrigens auch eine interessante Geschichte. Der Dollar leitet sich nämlich von einer deutschen Münzbezeichnung ab, dem Taler. Und der hat seinen Ursprung in der tschechischen Stadt Jáchymov in der Karlsbader Region. Die hieß nämlich auf Deutsch Sankt Joachimsthal und war bekannt für ihren Silberabbau. Aus diesem Silber gefertigte Münzen hießen demnach Joachimstaler. Und weil sich Sprache bekanntlich auch durch Bequemlichkeit ändert, setzte sich die Kurzbezeichnung durch und der Taler verbreitete sich rasch im deutschsprachigen Gebiet. Über mehrere Stationen wie Dalder oder Daler wurde irgendwann auch der Dollar daraus, der es über den Atlantik schaffte. Und von dort aus als eigenständiger Begriff zurück ins Deutsche. Damit Schluss für heute, nächstes Mal widmen wir uns dann dem Euro.

E-Mails an:erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2022)

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