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Studie

„Boomer“ sind die ärgsten Klimasünder

Jungen Klimaaktivisten läuft die Zeit davon - die Generation der "Boomer" scheint die Klimasi
Jungen Klimaaktivisten läuft die Zeit davon - die Generation der "Boomer" scheint die Klimasituation nicht zu stressen.(c) IMAGO/aal.photo/ Lukas Schulz
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Über-60-Jährige sind mittlerweile für fast ein Drittel der weltweiten CO₂-Emmissionen verantwortlich. Die Generation der „Boomer“ sei mit Ressourcen im Überfluss aufgewachsen, wie eine neue Studie zeigt.

Lange Zeit galten ältere Menschen als bescheiden und sparsam - mit der demografischen Verschiebung in wirtschaftlich entwickelten Industrieländern scheint sich das zu ändern. Insbesondere das Klima leidet unter dem ausgiebigeren Lebensstil der „neuen Älteren“.

Über-60-Jährige, also die Generation der Babyboomer, sind mittlerweile für fast ein Drittel des weltweiten CO₂-Ausstoßes verantwortlich und gehören somit im Generationen-Vergleich zu den größten Klimasündern. Das zeigt eine vor Kurzen im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie aus Norwegen. Zur Analyse herangezogen wurden Daten aus den EU-Ländern sowie den USA, Norwegen, Großbritannien, Australien und Japan.

Prägung der Generationen entscheidend

Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2015. Zehn Jahre zuvor, 2005, war der Fußabdruck älterer Menschen noch deutlich kleiner. Damals war die Generation 60+ für 27 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, 2015 waren es bereits über 32 Prozent. Die Forschenden gehen davon aus, dass ältere Menschen mittlerweile für einen noch größeren Prozentsatz verantwortlich sind.

Das Forschungsteam erklärt diese Entwicklung mit der unterschiedlichen Prägung der Generationen. Jene Generation, die den Zweiten Weltkrieg noch miterlebt hat, habe aus dieser Erfahrung des Mangels und der Not heraus, einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen gepflegt. Viele Menschen dieser Generation hatten im Alter außerdem wenig Geld zur Verfügung.

Der darauffolgenden Generation der Boomer hingegen fehle diese prägende Erfahrung, daher rühre ihr klimaschädlicheres Verhalten. Laut der Studie sei diese Altersgruppe schwerer für den Klimaschutz und eine entsprechende Verhaltensänderung zu gewinnen. In den kommenden Jahren wird das noch problematischer werden: In den untersuchten Industrieländern wird sich die Bevölkerungsgruppe älterer Menschen in den nächsten 30 Jahren verdoppeln.

Insgesamt zeigt die Studie aber ein gestiegenes Bewusstsein für das Problem. Alle Altersgruppen hätten im untersuchten Zeitraum von 2005 bis 2015 ihren CO2-Ausstoß gesenkt, insbesondere Menschen unter 30.

(chrima)