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Pizzicato

Rächer mit rechtem Haken

Es war ein strammer rechter Haken, ausgeführt mit der flachen Hand. Hollywood-Style.

Nur, dass es kein Slapstick war. Will Smith, edler Ritter und Rächer, war „in der Rolle“, wie es im Schauspielerjargon heißt, als er Chris Rock auf offener Bühne und live vor einem Millionenpublikum ins Gesicht schlug – und einen Four-Letter-Word-Fluch hinterherschickte. Mucho Macho. Schon jetzt Oscar-Geschichte. Hollywood braucht keinen Krieg, es ist Krieg.

Will Smith hat Muhammad Ali und seinen legendären Spruch „Float like a butterfly, sting like a bee“ internalisiert. Vor 21 Jahren hatte er den Allergrößten als Boxer und Showman im Film, der im „Rumble in the Jungle“ – dem Kampf gegen George Foreman 1974 in Kinshasa gipfelte –, verkörpert. Vom Box-Training und vom Sprücheklopfen blieb augenscheinlich viel hängen – und womöglich auch von den Bud-Spencer-Haudrauf-Filmen der 1970er-Jahre.

Bei der Oscar-Gala trat auch das Trio aus „Der Pate“, ganz in Schwarz, auf die Bühne: Francis Ford Coppola, Al Pacino und Robert De Niro. Beinahe so wie Stunden zuvor die fünf SPÖ-Altkanzler bei Pamela Rendi-Wagners Inszenierung der Kanzlerkandidatur. Nur Alfred „Al“ Gusenbauer stach mit einem Farbtupfer leger heraus. Der Mann mit dem harten rechten Haken und dem weichen Kinn, Burgenlands Bud Spencer, hielt sich indessen fern. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2022)