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Memorial Service

Gedenkgottesdienst für Prinz Philip ein Jahr nach seinem Tod

2021 zeigte sich ganz Großbritannien in Trauer. Nun solle es noch einmal Gelegenheit geben, sich zu verabschieden.
2021 zeigte sich ganz Großbritannien in Trauer. Nun solle es noch einmal Gelegenheit geben, sich zu verabschieden.(c) 2021 Getty Images
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Ein Jahr nach seinem Tod soll dem verstorbenen Ehemann der Queen noch einmal die letzte Ehre erwiesen werden. Aus dem Palast heißt es, die Queen werde trotz ihrer zuletzt eingeschränkten Mobilität daran teilnehmen.

Ganz einsam hatte die Königin Elizabeth II. (95) bei der Trauerfeier für ihren im vergangenen April im Alter von 99 Jahren gestorbenen Mann Prinz Philip im Chorgestühl der St.-Georgs-Kapelle in Windsor gesessen. Wegen der Corona-Pandemie waren nur 30 Gäste zugelassen, Abstand halten war das Gebot der Stunde. Ein knappes Jahr später soll bei einem feierlichen Gottesdienst in der Westminster Abbey in London nachgeholt werden, worauf damals verzichtet werden musste, der Hochadel aus ganz Europa hat sich zum „Memorial Service“ angekündigt.

Mittlerweile hat sich die Gesundheit der britischen Königin allerdings verschlechtert. Die Queen verlässt kaum noch die Mauern von Schloss Windsor. Immer wieder wurden Termine in den vergangenen Monaten gestrichen. Erst kürzlich machte sie eine Corona-Infektion durch. Sie ist nicht mehr gut zu Fuß, wie sie selbst kürzlich eingestand. Kurz vor dem Gottesdienst Dienstagmittag bestätigte der Palast allerdings die Teilnahme der Queen am Gottesdienst. Es wird ihr erster öffentlicher Auftritt seit sechs Monaten sein.

Familiäre An- und Abwesenheiten

Zu dem Gottesdienst wird neben den wichtigsten britischen Royals der versammelte Hochadel Europas erwartet. Darunter die Königspaare aus Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden und auch die dänische Königin. Aus dem Hause Windsor kommen unter anderen Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla, Prinz William und Herzogin Kate, sowie die drei weiteren Kinder der Queen: Prinzessin Anne, Prinz Edward und Prinz Andrew.

Dass sich der zweitälteste Queen-Sohn Andrew schon so bald nach den jüngsten Schlagzeilen um Missbrauchsvorwürfe wieder in der Öffentlichkeit zeigt, galt als Überraschung. Erst Mitte Februar hatte Andrew eine außergerichtliche Einigung mit der Amerikanerin Virginia Giuffre erreicht, die ihm vorwirft, sie als 17-Jährige sexuell missbraucht zu haben. Einem Zivilprozess konnte er nur mit einer wohl millionenschweren Zahlung entgehen. Eine Rückkehr in den engeren Kreis der Royals gilt als so gut wie ausgeschlossen.

Ebenfalls nicht dabei sein werden der Queen-Enkel Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan. Das Paar hatte sich schon vor mehreren Jahren aus dem engeren Kreis der Königsfamilie zurückgezogen und lebt inzwischen in Kalifornien mit den beiden Kindern Archie und der neun Monate alten Lilibet. Das Verhältnis ist besonders nach einem aufsehenerregenden Interview des Paares mit Talk-Show-Legende Oprah Winfrey im US-Fernsehen zerrüttet, in dem sie der Königsfamilie Rassismus vorwarfen. Meghan hat über ihre Mutter afroamerikanische Wurzeln. Darüber hinaus liegt Harry aber auch im Clinch mit dem britischen Innenministerium, das ihm und seiner Familie bei Besuchen in der alten Heimat nun keinen Polizeischutz mehr gewähren will.

Prinz Philips Lebenswerk

Bei dem Gottesdienst am Dienstag soll aber ganz Prinz Philip und sein fast 100-jähriges Leben im Mittelpunkt stehen. Besonders der Duke of Edinburgh's Award - ein von Philip ins Leben gerufenes internationales Jugendprogramm, das jungen Menschen Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung geben soll - werde eine prominente Rolle spielen, hieß es in einer Mitteilung des Palasts.

Philip hatte seit seiner Hochzeit mit Elizabeth im Jahr 1947 in der Westminster Abbey und deren Krönung sechs Jahre später in derselben Kirche mehr als 22.000 Termine für das Königshaus wahrgenommen und 5.400 Reden gehalten. „Er war meine Stärke und Halt in all diesen Jahren“, sagte die Queen einmal über ihren Mann.

(APA/dpa/red)