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Serie: Gefühlssache

Gibt es ethische Pornografie, Erika Lust?

Die schwedische Filmemacherin im Gespräch darüber, wie sie die Pornobranche verändert hat und weiter verändern will.

Vor knapp 20 Jahren hat sich die schwedische Filmemacherin Erika Lust mit ihrer Produktionsfirma Lust Films in Barcelona angesiedelt. Dort, aber auch in Berlin oder Los Angeles, produziert sie Arthouse- und Indie-Pornografie, die zum Teil in regulären Kinos gezeigt wird. Den Anlass gab die Tatsache, dass ihr einst das Angebot zu eng gesetzt war, die Inhalte sich auf den großen Mainstream-Seiten zu oft wiederholten und Geschlechterstereotype reproduzierten. Heute ist ihre Firma bekannt als Plattform für Filme von zahlreichen Indie-Produzenten und Produzentinnen, für diverse Inhalte und anspruchsvolle Pornografie. Im Interview mit der „Presse“ spricht sie über eine stigmatisierte Branche, sexuelle Aufklärung und ihre Standards für sichere Drehorte.

In einem Ted-Talk, den Sie 2013 gegeben haben, beschreiben Sie wie die pornografische Filmbranche Frauen zu Objekten reduziert und die immer gleiche Perspektive heterosexueller Männer einnimmt: Einer der Gründe, warum Sie angefangen haben, ihre eigenen Produktionen zu gestalten. Was hat sich seither getan?

Erika Lust: Seidem hat sich einiges in der Branche verändert, die Indie-Pornobranche wächst und es gibt mittlerweile mehr Stimmen, die am Gespräch teilnehmen. Viele Frauen, aber auch viele aus der LGTBQI+-Szene, formen den Diskurs mit. Trotzdem stellt die Pornografie-Filmbranche, insbesondere auf den großen Gratisplattformen, immer noch eine Blase dar, in der sexistische, misogyne Ideen weiterhin zum akzeptierten Tenor gehören.

Mittlerweile ist ihre Plattform gewachsen, die Inhalte sind sehr divers und bedienen ein breites Publikum, sie bieten dort auch Filme von anderen Regisseuren und Regisseurinnen an. Wie kam das?

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