Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Digitales Notariat

Gastkommentar von Michael Umfahrer: "Nur wer besser wird, bleibt gut!"

Pandemie öffnete Türen für Online-Dienstleistungen.

Unter dem Motto „Nur wer besser wird, bleibt gut“ hat sich das österreichische Notariat in seinem langjährigen Bestehen ständig weiterentwickelt. Veränderung als eine Konstante zeigt auch die Geschichte vieler heimischer Familienunternehmen. Nur so ist es möglich, dem Wandel der Zeit erfolgreich zu begegnen.

Wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können, haben uns die vergangenen beiden Jahre vor Augen geführt. Aber auch die technischen Möglichkeiten fordern uns und unsere Klienten. Sie lassen bei Geschäfts- und Dienstleistungsmodellen keinen Stein auf dem anderen, bieten aber auch viele neue Möglichkeiten.

Schnelle Umstellung. Digitaler Workflow und Rechtssicherheit waren das Gebot der Stunde. Um eine Verbreitung des Coronavirus wo möglich zu verhindern und die Versorgung der Bürger mit Rechtsdienstleistungen trotzdem zu gewährleisten, wurden die digitalen Möglichkeiten im Notariat im Frühjahr 2020 erweitert.

Seither können fast alle notariellen Dienstleistungen auch online erfolgen: notarielle Protokolle, wie sie zum Beispiel bei Gesellschafterversammlungen erstellt werden, Notariatsakte, die zur Aufnahme von Rechtserklärungen und Rechtsgeschäften dienen. Die Beglaubigung von Unterschriften kann online erfolgen. Ebenso können Immobilientransaktionen vollständig digital abgewickelt werden.
Vorreiter. Beratung zählt – und das in jeder Form, digital und analog. Das Notariat konnte die Digitalisierung von Rechtsdienstleistungen deshalb in so kurzer Zeit sicher und professionell anbieten, weil wir uns mit der Digitalisierung bereits seit Langem beschäftigen. Begonnen hat es im Jahr 2000 mit CyberDOC, dem elektronischen Urkundenarchiv. Dieser Schritt war bahnbrechend, das österreichische Notariat hat damit eine Führungsrolle bei E-Government-Lösungen eingenommen. Vor fünf Jahren war die Einführung der digitalen GmbH-Gründung mit dem Notar ein weiterer Meilenstein.

Dass der Besuch im Notariat nun gleichsam vom Schreibtisch zu Hause aus oder im Büro erledigt werden kann, ist ein großer Fortschritt. Aber nicht jeder Mensch fühlt sich in der digitalen Welt sicher und kann seine Interessen selbstbestimmt wahrnehmen. Wir überlegen deshalb gemeinsam mit unseren Klienten, wo Online-Werkzeuge Sinn ergeben und sie die notarielle Umsetzung der Anliegen unterstützen und erleichtern.

Sinnvolle Kombination. Es geht uns Notarinnen und Notaren beim Thema Digitalisierung nicht um ein „Entweder-oder“, sondern um eine sinnvolle Kombination. Denn digital wie analog stehen Beratung und Beistand der Menschen im Zentrum notarieller Betreuung.


[Michael Umfahrer ist seit Herbst 2019 Präsident der Österreichischen Notariatskammer.]