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Porträt

Der Schwarze, der mit den Roten besser kann

Johannes Steinhart,
APA/GEORG HOCHMUTH
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Spät in seiner Laufbahn wird Johannes Steinhart Präsident der Wiener Ärztekammer und womöglich auch der Bundes-Kammer. Wer ist dieser Mann? Und wie kam es zu der Allianz gegen Amtsinhaber Thomas Szekeres?

Wer hätte gedacht, dass Johannes Steinhart beim dritten Anlauf doch noch Präsident der Wiener Ärztekammer wird? Womöglich nicht einmal er selbst. 2012 war er erstmals Spitzenkandidat der ÖVP-nahen Vereinigung Österreichischer Ärztinnen und Ärzte geworden, nachdem Walter Dorner wenige Wochen vor der Wahl hingeschmissen hatte. Thomas Szekeres, damals noch Sozialdemokrat, profitierte von der Unzufriedenheit mit dem System Dorner und schmiedete eine Koalition gegen die „Vereinigung“, die erneut stimmenstärkste Fraktion in der bürgerlich dominierten Wiener Kammer geworden war.

Machtpolitisch habe Szekeres das geschickt gemacht, heißt es rückblickend. Und 2017 wiederholte sich die Geschichte. Doch nun hat Steinhart, seit Jahrzehnten Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, den Spieß umgedreht. Nach der Wahl am 19. März einigte sich die „Vereinigung“ mit sechs weiteren Fraktionen auf einen Koalitionsvertrag. Gemeinsam haben ÖVP-nahe Ärzte, Turnusärzte, Grüne Ärzte, Wiener Wahlärzte sowie die Listen We4U, Asklepios und Integrative Medizin 46 von 90 Stimmen in der Vollversammlung der Wiener Ärztekammer. Wobei davon auszugehen ist, dass auch die impfkritische MFG bei der konstituierenden Sitzung am 3. Mai gegen Szekeres stimmen wird.