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Lithium abbauen oder die französische Natur bewahren? Diese Frage führt derzeit in Tréguennec zu Protesten. Europa hat Rohstoffe in der Vergangenheit zu großen Teilen aus anderen Teilen der Welt bezogen. Ob sich das so schnell ändern wird, ist fraglich.
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Rohstoffe

Eine neue Goldgräberepoche für Europa?

Europa will von Rohstoffimporten unabhängiger werden. Warum man das bisher nicht getan hat, woran die Pläne zu scheitern drohen und welche Rolle Österreich dabei spielt.

Als würde es einen Krieg dafür brauchen: Seit dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine sind die Spitzenpolitiker der Europäischen Union umtriebiger denn je, wenn es darum geht, der Importabhängigkeit fossiler Energieträger öffentlichkeitswirksam abzuschwören. Mittelfristig sollen neue Partnerschaften Europas Rohstoffdilemma lösen, auf lange Sicht sollen seltene Erden und Metalle, die für strategische Industrien essenziell sind, möglichst direkt am alten Kontinent abgebaut und verarbeitet werden. Denn russisches Erdgas und -öl sind längst nicht die einzigen Rohstoffe, ohne die die europäische Industrie stillsteht, die aber in großem Stil importiert werden. Kritische Rohstoffe – also solche mit hohem Versorgungsrisiko – bezieht die EU großteils aus China, andere wichtige Lieferanten sind Südafrika, Russland, Kasachstan und Marokko. Wie kann Europa unabhängiger werden?

Bodenschätze hat der Kontinent. Frankreich etwa hat nach Ansicht der Europäischen Kommission Potenzial an kritischen Rohstoffressourcen, Österreich, Portugal und etwa die Slowakei auch. Zwar reichen Europas Bodenschätze wohl längst nicht aus, um ohne Importe auszukommen. Für mehr Unabhängigkeit braucht es auch viel mehr Kreislaufwirtschaft und mehr Diversifizierung bei den Rohstofflieferanten. Aber laut Kommission müssten auch die Abbaupotenziale des Kontinents besser genützt werden. Bisher hakt es da nämlich.