Eine Trübselige: Christiane Rösinger, geb. 1961 in Rastatt, Musikerin und Journalistin, war in den Bands Lassie Singers und Britta. Soloalbum: „Songs of L. and Hate“.
„Berlin“. „Wenn die Sonne fehlt, wenn der Regen läuft, wenn die Unterschicht das Kindergeld versäuft, wenn die Hunde wachen, ihre Haufen machen, ja dann sind wir wieder in...“ Wien? Nein, in Berlin. Obwohl die Anmutung dieses von einem übellaunigen Klavier begleiteten Liedes – abgesehen vom Akzent der Sängerin – durchaus etwas Wienerisches hat. Es singt auch ein Mann mit, der eine Zeit lang Wahlwiener war. Heute ist er Wahlberliner: Andreas Spechtl, Sänger der wunderbaren Band „Ja, Panik“, die mit „Wien, du bist ein Taschenmesser“ unlängst ja auch eine nicht nur liebevolle Stadt-Hommage veröffentlicht hat. Rösingers Berlin ist grau und riecht nicht immer gut, dort hausen „Arschlochkinder“ und „Technoleichen“, und es werden sogar Schwäne gefüttert. Das respektable Stück Grant endet in enthemmtem Grölen, ähnlich wie „Sing Another Song, Boys“ auf Leonard Cohens Album „Songs Of Love And Hate“, dessen Titel Rösinger (fast) übernommen hat.
Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Boris Jordan (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr auf FM4
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2010)