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Randerscheinung

Von Auge und Bildschirm

Carolina Frank
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Irgendwie war klar: Das Handy ist schuld bzw. stundenlang in die blaustichige Nähe zu starren, statt die Augen über saftige Wiesen und grüne Wälder schweifen zu lassen.

Nach der Rückkehr vom Augenarzt sind die Auskünfte darüber, was die Untersuchung ergeben hat, doch einigermaßen widersprüchlich. „Also, Brille braucht er noch keine, aber er muss unbedingt mehr rausgehen und die Bildschirmzeit deutlich reduzieren, sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis er auch kurzsichtig ist“, erzählt mir meine Frau. Der Jüngste sitzt nämlich in der Schule schon ­länger weiter vorn, weil er sonst nicht so gut zur Tafel sieht. Außerdem sind seine Brüder beide bebrillt, der Mittlere sogar mit ziemlich vielen Diop­trien, was uns gewundert hat, weil es in der Familie, bis auf eine Weitsichtigkeit und nun zunehmend altersbedingte Lesebrillen, keine Probleme mit den Augen gibt.

Also war irgendwie klar: Das Handy ist schuld bzw. stundenlang in die blaustichige Nähe zu starren, statt die Augen über saftige Wiesen und grüne Wälder schweifen zu lassen. Als der Bub später herunterkommt, frag’ ich ihn, wie es denn beim Augenarzt gewesen sei. „Mit meinen Augen ist alles in bester Ordnung“, erzählt er. „Die Ärztin hat nur gesagt, dass ich nach eineinhalb Stunden ­Bildschirm ein paar Minuten Pause machen soll, damit sich die Augen erholen können. Die findet also, ich kann ruhig drei Stunden oder mehr am Computer sein.“

Ob sie das wirklich gesagt habe, frage ich da nach. „Na ja, wenn ich nach eineinhalb Stunden eine kurze Pause machen muss, kann ich danach wieder eineinhalb Stunden spielen bis zur nächsten Pause, oder? Und außerdem muss man aufpassen, dass man nicht zu lang am Stück liest, hat sie gesagt.“ Und das mit dem Mehr-ins-Freie-Gehen, frage ich noch nach. „Acht Stunden in der Woche reichen, das schaffe ich leicht“, lautet seine Auskunft. Wir schauen uns also besser schon einmal nach passenden Brillenmodellen um.

("Die Presse Schaufenster" vom 1.4.2022)