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Jahresbilanz

Frequentis schreibt wieder schwarze Zahlen

Stabiles Kerngeschäft und Übernahmen verhalfen zu Ergebnissprung: Wiener Technologieunternehmen hat im Vorjahr fast 21 Millionen Euro verdient.

Das börsennotierte Wiener Technologieunternehmen Frequentis - Spezialist für Flugkommunikation - hat die Folgen der Coronakrise überwunden und das Geschäftsjahr 2021 mit einem Konzerngewinn von 20,8 Millionen Euro abgeschlossen. 2021 sei zwar weiter von Einschränkungen im Flugverkehr geprägt gewesen, dank eines beständigen Wachstums im Kerngeschäft sowie gelungenen Akquisitionen habe man aber ein "tolles Ergebnis" erzielt, sagte CEO Norbert Haslacher in einer Pressekonferenz.

Im Geschäftsjahr 2020 war noch ein Konzernverlust von 3,4 Millionen Euro zu Buche gestanden. Neben der Pandemie wurde das Ergebnis auch von der pleitegegangen Commerzialbank gedrückt, da Frequentis 30,9 Mio. Euro an Einlagen abschreiben musste. Mittlerweile hat man sich von diesen Unwägbarkeiten erholt. Der Umsatz stieg 2021 um 11,4 Prozent auf 333,5 Millionen Euro (2020: 299,4 Millionen Euro) und das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 29,0 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 4,6 Millionen Euro auf 46,5 Millionen Euro.

Den Ergebnissprung führte Haslacher neben dem stabilen Kerngeschäft auf Unternehmenszukäufe und die Erweiterung des Produktportfolios zurück. Im Vorjahr wurden etwa Einheiten des börsennotierten US-Unternehmens L3Harris Technologies übernommen, zuletzt wurde ein Mehrheitsanteil (51 Prozent) des italienischen Unternehmens Regola, das Einsatzleitsysteme produziert, gekauft.

Prall gefüllt waren auch die Orderbücher, der Auftragseingang erhöhte sich um 5,9 Prozent auf 333,2 Millionen, beim Auftragsstand wurde ein Plus von 9,4 Prozent verzeichnet. Die Eigenkapitalquote lag bei 41,1 Prozent, eine Verbesserung um einen Prozentpunkt. Das Nettoguthaben erhöhte sich trotz der Aufwendungen für die Transaktion mit L3Harris um 18,9 Prozent auf 101,1 Millionen Euro. Der Vorstand will der Hauptversammlung dank der guten Ergebnisse nun einen Dividendenvorschlag von 20 Cent je Aktie machen. 2020 waren es noch 0,15 Euro pro Aktie gewesen.

Höhere Margen als Ziel

"Im Jahr 2021 haben wir nicht nur die zugesagten Akquisitionen getätigt, sondern auch die Profitabilität verbessert", betonte Haslacher am Dienstag in einem Pressegespräch. Die Erhöhung der Profitabilität - vor allem mit Blick auf EBIT und EBITDA - sei für die Zukunft auch weiter erklärtes Ziel. Ob 2022 weitere Firmenübernahmen folgen werden, ließ er offen. Diese seien bei Frequentis zwar Dauerthema und fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. In den kommenden Monaten werde man den Fokus aber vorerst auf die weitere Integration der neuen Unternehmensbereiche und Produktgruppen legen. Es gehe darum, in den neuen Segmenten bald neue Aufträge zu gewinnen. Der Verkaufszyklus in der Branche liege bei rund 2,5 bis 3 Jahren, erklärte Haslacher.

Mögliche Unwägbarkeiten ortet der Frequentis-Chef vor allem in der Pandemieentwicklung. Der weitere Verlauf sei zwar schwer zu prognostizieren, es gebe etwa bei den Lieferketten weiter Risiken. Auch mit indirekten Auswirkungen des Ukraine-Krieges müsse man rechnen. In den betroffenen Regionen (Ukraine, Russland, Weißrussland) liege der Geschäftsanteil von Frequentis aber unter einem Prozent. Direkt sei man wirtschaftlich also nicht oder nur kaum vom Krieg betroffen.

Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent ist Frequentis laut eigenen Angaben Weltmarktführer bei Sprachkommunikationssystemen für die Flugsicherung. Neben seiner Sparte für sicherheitskritische Flugkommunikation bietet Frequentis auch Kommunikations- und Informationssysteme für Kontrollzentralen bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Schifffahrt und Bahn an.

 

(APA)