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Das Wort "Putinversteher" wird auch im Englischen gebraucht

Als "major Putinversteher" angeführt: Gerhard Schröder.
Als "major Putinversteher" angeführt: Gerhard Schröder.(c) imago/photothek
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Die deutschen Lehnworte im Englischen wie "zeitgeist" oder "dreck" haben Zuwachs bekommen.

Dieser Tage kommt es dem Zeitungsleser immer wieder unter: das Wörtchen Putinversteher. Mit oder ohne Bindestrich steht es für jene, die darauf pochen, man müsse die Positionen des russischen Präsidenten "schon auch verstehen". Sie sind freilich - mit zunehmender Dauer und Grausamkeit des Krieges - weniger geworden. Mittlerweile hört man das Wort eher in einer Negation ("Ich bin ja kein Putinversteher"), verwendet wird es aber schon seit einigen Jahren. Nun taucht es vermehrt auch in englischsprachigen Medien auf.

So gibt es auf der englischsprachigen Wikipedia inzwischen einen Eintrag für "putinversteher". Ein solcher Artikel gilt, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt, als Vorstufe für eine Aufnahme in das kanonische Oxford Dictionary. Erklärt wird das Wort auf Wikipedia so: "It is a pejorative reference to politicians and pundits who express empathy to Vladimir Putin." Viele deutsche Beispiele werden genannt: von Gerhard Schröder ("a major Putinversteher") bis zu Sahra Wagenknecht. Vielleicht liegt für Amerikaner und Briten auch deshalb die Verwendung des deutschen Begriffs nahe: Weil mitschwingt, dass es hier besonders viele Putinversteher gibt?

Deutsche Lehnworte im Englischen sind zahlreich, mehr als 3500 verzeichnet das Oxford English Dictionary. Nicht immer haben sie (exakt) die gleiche Bedeutung wie im Ursprungsland. Viele kommen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: Etwa reich (the Third Reich), blitzkrieg, herrenvolk oder nacht und nebel.

Im englischen Wörterbuch zu finden sind natürlich kindergarten, aber auch zeitgeist, leitmotiv und angst. Weniger bekannt ist vielleicht, dass auch dreck übernommen wurde. Im Cambridge Dictionary wird es als etwas von schlechter Qualität beschrieben ("Most of what's on TV is dreck").

Viele Begriffe wurden mit Deutschland an sich identifiziert, weshalb auch die Worte übernommen wurden: kraut etwa. Der schöne Begriff weltschmerz ist übrigens nicht nur im Englischen bekannt, sondern auch in mehreren anderen Sprachen wie dem Polnischen oder Spanischen. Ob auch der Putinversteher eine solche Karriere macht? Es soll jedenfalls in Russland nicht schlecht ankommen: Eine Firma verkauft unter diesem Namen Memorabilien, die sich auf den herrschenden Präsidenten beziehen.