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Interview

Knallgas-Bakterien fressen CO2, um selbst gefressen zu werden

IMAGO/NurPhoto
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In Graz entstehen derzeit Bioreaktoren, in denen Bakterien für den Klimaschutz arbeiten. Die Mikroorganismen ernähren sich nicht von Zucker, sondern von Kohlendioxid und produzieren Proteine, die umweltbelastendes Fischmehl und Soja als Tierfutter ersetzen können.

Der beunruhigende Weltklimabericht diese Woche nennt einen Weg aus der Misere: CO2 aus der Luft einzufangen und daraus Nützliches zu machen. In Graz wurden soeben das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (Acib) und das Start-up Econutri mit dem Innovationspreis Steiermark ausgezeichnet, die genau das tun: Sie setzen Bakterien ein, die sich von CO2 ernähren und wertvolle Proteine abgeben.

Die Presse:Was bringt es Bakterien in der Natur, CO2 zu verspeisen?

Petra Heidinger: Solche Bakterien haben sich dort entwickelt, wo es ein Vorteil ist, Kohlendioxid zu verwerten. Das Bakterium in unserem Projekt heißt Cupriavidus necator und braucht keinen Zucker, den viele andere Mikroorganismen als Kohlenstoffquelle verwenden, sondern nur CO2. Es wurde vor über 50 Jahren im Schlamm eines Tümpels bei Göttingen, Deutschland, isoliert.

Brauchen solche Bakterien Sauerstoff?