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Ukraine

Nehammers Reise in den Ukrainekrieg - nach einem Blutbad

Lokalaugenschein am Ort des Massakers. Die ukrainischen Behörden zeigen EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen die Leichen von Opfern in Butscha.
Lokalaugenschein am Ort des Massakers. Die ukrainischen Behörden zeigen EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen die Leichen von Opfern in Butscha.Reuters
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Nach der EU-Kommissionspräsidentin reist Kanzler Nehammer in das vom Krieg zerstörte Land. In Kramatorsk sterben Dutzende Menschen bei Raketenangriff auf Bahnhof.

Kiew/Wien. Tote, die in Leichensäcken und unter Plastikplanen liegen. Blutlachen in der Bahnhofshalle und ausgebrannten Fahrzeugen vor dem Gebäude. Die Berichte, die ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus der ostukrainischen Stadt Kramatorsk abgesetzt hat, sind schrecklich. Am Freitag wurde der Bahnhof der Stadt von Raketen getroffen. Dutzende Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Kiew wirft der russischen Armee vor, für das Blutbad verantwortlich zu sein. Doch Moskau bestreitet das.

Der verheerende Angriff erfolgte just zu einem Zeitpunkt, als sich die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen selbst ein Bild von der Lage in der Ukraine machen wollte. Und als auch Österreichs Bundeskanzler, Karl Nehammer, zu einem Besuch in das vom Krieg verwüstete Land aufbrach.

„Das ist ein weiterer abscheulicher Akt“

Die Anreise ist aufwendig. Am Freitagabend hatte Nehammer einen 15-stündigen Trip vor sich, zuerst mit einem Flugzeug nach Ostpolen und von dort auf dem Landweg nach Kiew. Nur eine kleine Gruppe sollte den Bundeskanzler begleiten, darunter auch „Die Presse“. Die Sicherheitsvorkehrungen waren rigoros. Um Standorte nicht zu verraten, war die Delegation angehalten, während der Fahrt ins Kriegsgebiet die GPS-Funktion der Mobiltelefone abzuschalten und keine sozialen Medien zu verwenden. Den Raketenangriff auf Zivilisten in Kramatorsk verurteilte Nehammer als „weiteren abscheulichen Akt“. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.