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Möglichst viel Alfa-Look im obligaten SUV-Format. Für den Anfang müssen 130 PS reichen.
Erster Augenschein

Tonale: Wie Alfa heute klingen soll

Nach Jahren des Siechtums darf Alfa wieder auf bessere Tage hoffen: Das Kompakt-SUV Tonale ist eine Punktlandung im Publikumsgeschmack.

Wien. Alfa Romeo hat immer noch einen besonderen Klang, das gilt weniger für die Autos, die für technische Extravaganz längst keinen Spielraum mehr haben, als für die Marke selbst.
Tatsächlich hat man in den 111 Jahren des Bestehens schon bessere Tage gesehen, Alfa hat einmal zu den bedeutenden Marken in Europa gehört. Die Stückzahlen aus den 1980er-Jahren haben sich mittlerweile – und das kommt ziemlich genau hin – dezimiert. Mit nur zwei Modellen im Programm, einem großen SUV und einer Limousine ohne Kombivariante, ist es auch schwierig, Relevanz zu demonstrieren.

Lebenszeichen

Bevor der klangvolle Name im bloßen Andenken an eine ruhmreiche Vergangenheit verhallt, rafft sich der Stellantis-Konzern zur Wiederbelebung auf. Als Teil eines transnationalen Multimarkenimperiums kommt Alfa zusammen mit DS und Lancia die Rolle des Premiumaufgebots zu – man wird sehen, wie sich die beiden anderen dabei tun; Lancia muss ja überhaupt erst exhumiert werden, bevor man von einer Zukunft sprechen kann, aber bei Alfa kann man sich das schon gut vorstellen. Die immer noch standhafte Gemeinde der Fans und Freunde wartet nur auf ein Lebenszeichen.

Es kommt in Form des Alfa Tonale, ein Modell als Punktlandung im aktuellen Publikumsgeschmack: Kompakt-SUV von etwas über viereinhalb Metern Länge, rundum gefällig anzusehen, mit einem zeitgemäßen Set an Antrieben, zunächst mit 1,5-Liter-Benzinmotor samt Elektrounterstützung mit 15 kW (20 PS). Methode Mildhybrid, nach der sich rein elektrisch rangieren und phasenweise auch dahinrollen, nicht aber Strom per Stecker tanken lässt. Wem die 130 PS zu wenig Alfa sind: 160 PS im gleichen Set werden nachgereicht, des weiteren zwei Plug-in-Hybridvarianten bis bis zu 275 PS Systemleistung und Allrad durch den E-Motor an der Hinterachse.

Im 14-Marken-Universum von Stellantis soll Alfa Romeo das Premium-Aufgebot stellen.
Im 14-Marken-Universum von Stellantis soll Alfa Romeo das Premium-Aufgebot stellen.


Plattformsynergien sind bei Alfa beileibe nichts Neues, man denke an den schönen 155 aus den frühen Neunzigern, der sich das technische Fundament mit dem Fiat Tipo geteilt hat. Der Tonale ist mit dem Jeep Compass verwandt, der exakt gleiche Radstand deutet schon darauf hin, ebenso die Motorisierung. Freilich ist der Tonale knackiger abgestimmt, wenn Fahreindrücke auch noch ausstehen.

Technisch ist der Tonale mit dem Jeep Compass verwandt.
Technisch ist der Tonale mit dem Jeep Compass verwandt.

Gebaut wird der Alfa tief im Süden Italiens, in Pomigliano bei Neapel, wo auch der Panda vom Band rollt. Wer da gleich an den flott rostenden Alfasud aus den Siebzigern denkt (sud für Süden, ein von der Politik eingeforderter Standort, der Alfa letztlich ins wirtschaftliche Desaster getrieben hat), dem hält Alfa-Chef Jean-Philippe Imparato ein la qualità prima di tutto entgegen: Neben Design stünde Qualität im Fokus der neuen Markenära. Und natürlich Elektrifizierung, denn ab 2027 werde Alfa zur reinen E-Marke gewandelt sein. Das erste „purpose-built“ BEV ist für 2025 angesagt, 2028 soll sich ein Elektro-SUV in der Größe der BMW X5 auf dem Markt messen. Schade, dass Ennio Morricone nicht mehr da ist, um den Sound dafür zu komponieren.

Alfa Romeo Tonale

Maße: L/B/H: 4528/1835/1601 mm. Radstand: 2636 mm. Leergewicht: 1600 kg. Kofferraum: 500 bis max. 1550 Liter.

Antrieb: Benzin-Elektro-Mildhybrid. R4-Zylinder, 1469 ccm, Leistung: max. 96 kW (130 PS) bei 5570 U/min. Max. 240 Nm. 48-Volt-E-Motor mit max. 15 kW.
Vmax: 200 km/h, 0–100 in 9,6 sec. Frontantrieb, 7-Gg.-Doppelkupplungsgetriebe.
Verbrauch: 5,7–6,2 l/100 km nach Norm.

Preis: ab 39.000 € (Edizione Speziale).