Der Krieg in der Ukraine weckt dunkle Erinnerungen bei den Menschen in Georgien. Sie haben 2008 selbst eine russische Invasion erlebt. Wird Putin es erneut versuchen?
Wenn sie die Bilder aus der Ukraine sieht, die Geschichten hört und Videos zugeschickt bekommt, dann kommen Salome Saladze dunkle Erinnerungen hoch. Mit dem imperialen Willen Putins hat ihr Land bereits Erfahrung gemacht. Die russische Invasion im Jahr 2008. 5 Tage Krieg. Sie war damals 17 Jahre alt, erzählt sie, als russische Truppen in ihr Heimatland Georgien einmarschierten und erst kurz vor Tiflis haltmachten.
Warum sollte sich Putin mit den 20 Prozent zufrieden geben, die es seither von ihrem Land besetzt hat, fragt sich Saladze. Bis heute stehen russische Truppen auf georgischem Boden, haben die Kaukasusprovinzen Abchasien und Südossetien unter ihre Kontrolle gebracht und 30 Kilometer von der georgischen Hauptstadt ihre Panzer geparkt. Sicher fühle man sich nie, wenn man Russland zum Nachbarn hat, sagt die Georgierin, die heute in Wien lebt und 2015 und 2019 als junge Botschafterin Georgiens in der Republik Österreich aktiv war.