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Krisendiplomatie

Nehammers umstrittene Feuertaufe: „Offen, hart und direkt“

RUSSIA-AUSTRIA-DIPLOMACY-UKRAINE-CONFLICT
In einer Videokonferenz in der österreichischen Botschaft in der russischen Hauptstadt zog Nehammer ein Resümee.APA/AFP/NATALIA KOLESNIKOVA
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Der Kanzler versucht sich bei Kreml-Chef und Kriegsherrn Putin als Chefdiplomat. Er berichtete von einem „harten und offenen Gespräch“. Aus Brüssel und Kiew kam Skepsis.

Der Tisch sei nicht so lang gewesen wie im Kreml, wo Emmanuel Macron und Olaf Scholz sechs Meter entfernt vom Hausherrn Platz genommen hatten. Das berichtete Karl Nehammer von der Kulisse in der Residenz Wladimir Putins in Nowo-Ogarjowo an der Peripherie Moskaus. Und sie hätten auch ein paar Worte in Deutsch gewechselt, erzählte der Bundeskanzler nach seinem 75-minütigen Gespräch mit dem Kreml-Chef und Kriegsherrn.

In einer Videokonferenz in der österreichischen Botschaft in der russischen Hauptstadt zog Nehammer ein Resümee vom ersten Besuch eines EU-Regierungschefs in Russland fast sechs Wochen nach Kriegsbeginn in der Ukraine. Insgesamt habe er keine positiven Eindrücke gewonnen. „Putin ist in der Kriegslogik angekommen.“ Dass er die Friedensverhandlungen in Istanbul selbst angesprochen habe, sei der einzige Hoffnungsschimmer gewesen. Das Gespräch mit dem russischen Präsidenten empfand er als intensiv: „sehr direkt, hart und offen“.

Eine Aktion à la Kurz

Sebastian Kurz wäre eine vorösterliche Friedensmission zu aktiven Zeiten als Außenminister und Bundeskanzler nach Russland allemal zuzutrauen gewesen. Er pendelte zuweilen zwischen Kiew und Moskau und sah sich in der Rolle des Brückenbauers und Moderators, der Österreich auf die Weltkarte setzen wollte. Karl Nehammer, sein Nachnachfolger, hat sich bisher nicht durch große außenpolitische Initiativen oder diplomatische Vorstöße hervorgetan.