Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Zahlreiche Vorwürfe

UN fordern Untersuchung zu sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg

Die litauische Regierungschefin Ingrida Simonyte zeigte sich nach einem Besuch im Kiewer Vorort Borodjanka erschüttert über das Ausmaß der Gewalt.
Die litauische Regierungschefin Ingrida Šimonytė zeigte sich nach einem Besuch im Kiewer Vorort Borodjanka erschüttert über das Ausmaß der Gewalt.via REUTERS
  • Drucken

"Wir hören immer häufiger von Vergewaltigungen und sexueller Gewalt“, macht die Direktorin der Frauenorganisation der Vereinten Nationen auf die „Brutalität gegenüber ukrainischen Zivilisten“ aufmerksam. Es brauche eine unabhängige Untersuchung ebendieser.

Die Frauenorganisation der Vereinten Nationen hat eine unabhängige Untersuchung der mittlerweile zahlreichen Vorwürfe von sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg gefordert. "Wir hören immer häufiger von Vergewaltigungen und sexueller Gewalt", sagte die Direktorin von UN Women, Sima Bahous, am Montag. "Diese Anschuldigungen müssen unabhängig untersucht werden, um Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten."

Bahous war vor kurzem in die Ukraine gereist. Sie verwies auf eine gefährliche Kombination aus Massenvertreibungen, der "massiven Präsenz von Wehrpflichtigen und Söldnern" und der offensichtlichen Brutalität gegenüber ukrainischen Zivilisten. Dies habe "alle Alarmglocken schrillen lassen". "Dieser Krieg muss aufhören. Jetzt."

Unterstützt wird die Forderung der UNO-Frauenorganisation nach einer unabhängigen Untersuchung zahlreicher Vorwürfe von sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg von den SPÖ-Frauen. Zudem fordern sie sichere Fluchtkorridore für Frauen und Kinder aus der Ukraine. Der Ukraine-Krieg habe besonders brutale Auswirkungen auf Frauen und Kinder. "Daher müssen sie besonders geschützt werden und ihnen eine sichere Flucht ermöglicht werden", teilte SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitneram Dienstag in einer Aussendung mit.

Litauische Regierungschefin nach Besuch schockiert

Die litauische Regierungschefin Ingrida Šimonytė zeigte sich nach einem Besuch im Kiewer Vorort Borodjanka ebenfalls erschüttert über das Ausmaß der Gewalt. "Es gibt keine Worte, die beschreiben könnten, was ich dort gesehen und gefühlt habe", erklärte sie. Dabei habe sie nur einen "winzigen Teil der Beweise für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesehen, die Russland in der Ukraine begangen hat".

"Die Bilder der zerstörten ukrainischen Städte und die Berichte der Überlebenden zeigen das wahre Gesicht Russlands", erklärte sie weiter. Litauen erwäge nun, ein Team für forensische Untersuchungen in die Ukraine zu entsenden.

Borodjanka hatte wie viele weitere Vororte der ukrainischen Hauptstadt mehrere Wochen lang unter der Kontrolle russischer Truppen gestanden. Als diese sich Anfang April schließlich zurückzogen, offenbarte sich ein Bild der Zerstörung und Gewalt. Die ukrainische Seite geht von hunderten zivilen Todesopfern aus und wirft Russland schwere Kriegsverbrechen vor.

Ukrainische Rettungskräfte haben sieben Leichen unter den Trümmern zweier zerstörter Wohnhäuser in der Stadt Borodjanka gefunden. Seit dem Abzug der russischen Truppen Ende März suchen 200 Retter in der Stadt nach vermissten Einwohnern. Bisher fanden sie laut Angaben der Rettungsdienste die Leichen von 19 Menschen.

(APA/AFP/Reuters)