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Feiertag

Rufe nach neuer Karfreitags-Regelung bleiben ungehört

Der Karfreitag zählt zu den wichtigsten Tagen des Christentums, an diesem Tag wird der Kreuzigung und des Todes Jesus Christus gedacht.
Der Karfreitag zählt zu den wichtigsten Tagen des Christentums, an diesem Tag wird der Kreuzigung und des Todes Jesus Christus gedacht.APA/HELMUT FOHRINGER
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Seit Jahren können Arbeitnehmer lediglich einen regulären Urlaubstag beantragen. Die evangelische Kirche wird nicht müde, einen Feiertag für alle zu fordern.

Zum bereits vierten Mal ist der Karfreitag für Angehörige bestimmter Religionsgemeinschaften kein offizieller Feiertag mehr. Die Regelung war vor drei Jahren nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) aufgehoben worden. Seitdem können Arbeitnehmer lediglich einen regulären Urlaubstag beantragen. Die betroffene evangelische Kirche wird seitdem nicht müde, eine neue Regelung zu finden und fordert einen Feiertag für alle. Politisch blieb der Ruf fast ungehört.

Es war eine der erinnerungswürdigeren Entscheidungen der türkis-blauen Koalition: Der Karfreitag war für die Angehörigen der protestantischen Kirchen sowie der Alt-Katholiken ein gesetzlich anerkannter Feiertag. Nach der Beschwerde eines konfessionslosen Arbeitnehmers, der diesen nicht in Anspruch nehmen konnte, hob der VfGH jedoch die Regelung auf. Laut der neuen Regelung können Angehörige dieser Religionsgemeinschaften derzeit lediglich einen Urlaubstag aus dem bestehenden Kontingent verbrauchen.

Keine Konflikte zu schlichten

Wie oft die neue Regelung bisher in Anspruch genommen wurde, liegt völlig im Dunkeln. Denn weder Arbeitnehmer-, noch Arbeitgebervertreter verfügen über Datenmaterial, obliegt die Entscheidung doch ganz den Betrieben selbst. Konflikte zu schlichten gebe es jedenfalls keine, berichtete die Bereichsleiterin Soziales in der Arbeiterkammer (AK), Silvia Hruska-Frank. Die Regelung mit dem gesetzlich verbrieften Urlaubstag dürfte im Grunde genommen nicht zur Anwendung kommen.

Dass der Karfreitag als freier Tag für Gläubige damit still und leise beerdigt wurde, wollen auch die betroffenen Kirchen nicht hinnehmen. So fordert die evangelisch-lutherische Kirche im Jahrestakt politische Verhandlungen. Die Abschaffung des Karfreitags als Feiertag für die evangelischen Christen in Österreich sei eine offene und schmerzliche Wunde, meinte etwa der evangelische Bischof Michael Chalupka in der "Kathpress". Er hielte es daher für sinnvoll, den Karfreitag zum allgemeinen Feiertag für alle zu erklären.

„Diese Kränkung ist vorhanden“ 

Auch in der Arbeiterkammer hat man die Betroffenheit vieler protestantischer Arbeitnehmer wahrgenommen. "Diese Kränkung ist vorhanden", meint auch Hruska-Frank. Immerhin gelte der Gottesdienstbesuch seit wenigen Jahren als offizieller Dienstverhinderungsgrund auch für Arbeiter und nicht nur mehr für Angestellte. In den meisten Fällen würden sich Arbeitnehmer dann gleich den ganzen Tag frei nehmen.

In der türkis-grünen Bundesregierung hat es bisher keine Initiativen gegeben, die Karfreitags-Regelung in irgendeiner Form zu thematisieren. Im Juli 2021 hatte im Bundesrat ein von der SPÖ eingebrachter Entschließungsantrag, der ebenfalls einen Feiertag für alle vorsah, trotz Zustimmung von FPÖ und Grünen keine Mehrheit gefunden.

(APA)