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Neuvorstellung

Der agilere Bruder des EQS

Dem Fahrtwind gibt der EQE wenig Angriffsfläche. Innen gibt es auf Wunsch das riesige Display, das bis zum Beifahrer reicht.
Dem Fahrtwind gibt der EQE wenig Angriffsfläche. Innen gibt es auf Wunsch das riesige Display, das bis zum Beifahrer reicht.(c) Werk
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Jetzt geht es bei Mercedes Schlag auf Schlag. Nach der vollelektrischen S-Klasse kommt die kompaktere Business-Limousine EQE, bald folgen die SUV-Versionen.

Frankfurt. Mercedes war ja nicht unbedingt Vorreiter der Elektromobilität. Es hat gedauert, bis man in Stuttgart auf den Trend aufgesprungen ist. Zuerst nur mit Verbrennermodellen, die man zu Elektroautos umgebaut hat. Zugleich steckte Mercedes viel Geld in die Entwicklung einer vollelektrischen Plattform – und herausgekommen ist der EQS, zweifellos eines der aktuell besten Elektroautos auf dem Markt.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Auf der Plattform (EVA2) kommen in schneller Folge Derivate, das luxuriöse und vor allem für den US-Markt gedachte EQS SUV etwa, gegen Ende des Jahres das EQE SUV und – eben vorgestellt und von uns gefahren – der EQE.

Interessantes Detail: Der EQE für den Weltmarkt wird zwar in Bremen gefertigt, es gibt aber auch für den chinesischen Markt eine Fertigung in Peking. Die elektrischen SUV-Modelle werden im US-Werk in Tuscaloosa gebaut.

Raffinierte Routenführung

Die elektrische E-Klasse ist kompakter als ihr großer und teurerer Bruder, der um neun Zentimeter kürzere Radstand (3210 Millimeter) macht ihn agiler und sportlicher. Den geringen Luftwiderstand hat er vom EQS übernommen, der EQE ist aber straffer gezeichnet, hat kürzere Überhänge und ist insgesamt schlüssiger. Auf Wunsch gibt es ihn mit Luftfederung und mit einer Hinterachslenkung.

Innen ist der elektrische E geräumiger als die Verbrennerversion, der Innenraum ist um acht Zentimeter gewachsen – die Passagiere auf den Hintersitzen danken es. Auch wegen der Batterie im Boden des Autos sitzt man im EQE etwas höher (6,5 Zentimeter).

Natürlich die drängendste Frage bei jedem Elektroauto: Wie weit kommt man damit? Der EQE wird aktuell in zwei Versionen angeboten, einmal als 350+ mit 215 kW (292 PS) und einmal als Mercedes-AMG 43 4Matic mit 350 kW (476 PS). Beiden steht eine Batterie mit 90 kWh nutzbarem Energieinhalt zur Verfügung, der 350+ kommt laut WLTP damit 576 bis 654 Kilometer weit, der AMG zwischen 503 und 590 Kilometer. Fahrtests werden zeigen, wie die Verbräuche in der Praxis aussehen, wenn man die Heizung oder die Klimaanlage einschaltet. Mit einem Zwischenstopp an einer Schnellladestation, aus der der EQE mit maximal 170 kW Energie beziehen kann, sollte man nach 15 Minuten etwa 250 Kilometer „getankt“ haben.

Was uns bei einem ersten kurzen Kennenlernen besonders überzeugt hat – neben der bemerkenswerten Stille, die man einer durchgängigen Schalldämmung inklusive Akustikverglasung zu verdanken hat –, war die, wie es Mercedes nennt, „Electric Intelligence“ der Navigation. Die Route wird nicht nur, wie üblich, inklusive der notwendigen Ladestopps berechnet. Die Führung reagiert auch dynamisch auf Staus und die Fahrweise. Das Auto berechnet recht präzise, mit welcher Batterieladung man an der Ladesäule ankommt, wie lang man laden muss, und dazu werden noch die voraussichtlichen Ladekosten berechnet.

Raffiniert auch die Lösung, um möglichst kraftvoll laden zu können: Das System erkennt dank der Navigationsdaten, wann man die Ladestation erreichen wird. Ein paar Minuten vor der Ankunft wird der Akku vorgewärmt und auf die ideale Ladetemperatur gebracht. Das kostet zwar ein paar Kilowattstunden Strom, stellt aber sicher, dass die Batterie 170 kW verarbeiten kann (wenn sie denn die Ladestation liefert).

Das Cockpit des elektrischen E kennt man aus dem neuen E, auf Wunsch kann man auf den riesigen Hyperscreen des EQS upgraden. Der Beifahrer kann dann auf seinem Bildschirm Video oder TV sehen, der Fahrer kann immerhin mithören. Blickt er aufs Beifahrerdisplay, erkennen das Kamerasysteme und blenden den Inhalt ab.

In Österreich kostet der EQE ab 72.240 Euro, die ersten Modelle sollen im Sommer ausgeliefert werden.

Mercedes EQE 350+

Maße: L/B/H: 4946/1961/1512 mm. Radstand: 3210 mm. Kofferraumvolumen: 430 Liter. Leergewicht: 2355 kg. Wendekreis: 12,5 m ohne, 10,7 Meter mit Hinterachslenkung.
Antrieb: Hinterrad. Permanenterregte Synchronmaschine (PSM). Leistung: 214 kW. Lithium-Ionen-Batterie mit 90 kWh. Fahrdaten: 0–100 km/h: 6,4 Sek., Vmax: 210 km/h, Verbrauch: 15,9–18,7 kWh.
Preis: ab 72.240 Euro.


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