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Aufrüstung

Stell dir vor, es ist Krieg, und Deutschland geht hin

Aufmarsch der Garde. Die Bundeswehr erhält zusätzliches Geld – ein Ende des langjährigen deutschen Pazifismus? Bei den traditionellen Ostermärschen (r.) wurde jahrzehntelang gegen Aufrüstung protestiert.
Aufmarsch der Garde. Die Bundeswehr erhält zusätzliches Geld – ein Ende des langjährigen deutschen Pazifismus? Bei den traditionellen Ostermärschen (r.) wurde jahrzehntelang gegen Aufrüstung protestiert.imago images/Mike Schmidt
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Nach der Wende schrumpfte die deutsche Bundeswehr an die Grenze der Einsatzfähigkeit. Mit dem Schock des Kriegs begann ein Umdenkprozess. Die „Zeitenwende“ weg vom Pazifismus ist noch nicht ganz vollzogen.

Wer das Ausmaß dessen beschreiben will, was gerade in Berlin passiert, kann mit Anton Hofreiter beginnen. 52 Jahre alt, studierter Biologe, wird zum linken Flügel der deutschen Grünen im Parlament gezählt, schulterlanges Haar. Wie Anton Hofreiter sehen im Stereotyp jene Deutschen aus, die der Friedensbewegung zugerechnet werden. Der Grüne redete auch wie einer: Keine Waffen für die Ukraine. Ein Konflikt lässt sich nie militärisch lösen. Das sagte Anton Hofreiter vor fünf Jahren.

In diesen Tagen steht derselbe Mann neben denen, die deutsche Panzer, Haubitzen und allerlei schweres Kriegsgerät nach Kiew schicken wollen, damit es dort auf die russische Armee feuern kann. „Es fällt mir überhaupt nicht leicht, schwere Waffen zu fordern, aber es ist so ein brutaler Vernichtungskrieg“, sagt Hofreiter nun.