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Pakistan: Zum Tode verurteilte Christin begnadigt

(c) EPA (FAMILY HANDOUT)
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Asia "Bibi" Noreen sollte wegen Lästerung des Propheten hängen. Nun kam Doch nun kam die bekennende Christin und fünffache Mutter frei. Nach internationalen Protesten wurde sie von Pakistans Präsident begnadigt.

Lahore/Wien. Sie war die erste Frau, die in Pakistan wegen Lästerung des Propheten Mohammed, und damit wegen Verstoßes gegen das Blasphemieverbot, zum Tod verurteilt worden war. Doch nun kam die bekennende Christin und fünffache Mutter Asia „Bibi“ Noreen frei: Nach internationalen Protesten wurde sie bereits am Montag von Pakistans Präsident Asif Ali Zardari begnadigt, berichtet die US-Organisation „International Christian Concern“ . Derzeit befinde sie sich zu ihrem Schutz an einem unbekannten Ort.

Im Juni letzten Jahres war Bibi, deren Alter mit 45 angegeben wird, verhaftet worden. Sie hatte als Tagelöhnerin nahe der Stadt Lahore in der Provinz Punjab gearbeitet. In einer Auseinandersetzung mit Kolleginnen soll sie gesagt haben: „Jesus lebt, aber Mohammed ist tot.“ Daher sei Christus der wahre Prophet Gottes. Anfang November wurde Bibi deswegen zum Tod durch den Strang verurteilt.

 

Kritik an Blasphemieparagraf

Die Verurteilung führte zu weltweiter Kritik an dem pakistanischen Blasphemieparagrafen. Nach Artikel 295 des Strafgesetzbuches steht unter anderem auf Lästerung des Propheten der Tod. Auf dieser Grundlage sitzen in Pakistan derzeit drei weitere Christen in der Todeszelle.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2010)