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Interview

Autorin Ulitzkaja: "Kenne keinen Russen, der diesen Krieg unterstützt"

Ulitzkaja: „Der sowjetische Mensch ist dazu erzogen, auf Geheiß Ja oder Nein zu sagen.“
Ulitzkaja: „Der sowjetische Mensch ist dazu erzogen, auf Geheiß Ja oder Nein zu sagen.“(c) Reuters
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Russischen Umfragen zufolge unterstütze die Mehrheit der Bevölkerung den Ukraine-Krieg. Die prominente russische Autorin Ljudmila Ulitzkaja widerspricht. Sie selbst lebt mittlerweile in Berlin.

Seit Anfang März lebt die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja in Berlin. Wie andere Kreml-kritische Russen hat sie ihr Land wegen Wladimir Putins Angriffs auf die Ukraine verlassen. Unmittelbar nach Kriegsbeginn nahm die 79-Jährige öffentlich gegen den Überfall Stellung. Mittlerweile stellt die Zensur derlei Äußerungen unter Strafe. Ulitzkaja ist nicht nur in ihrer Heimat äußerst prominent, sondern auch im deutschen Sprachraum. Ihr jüngster Erzählband, „Alissa kauft ihren Tod“, ist heuer bei Hanser erschienen. Der Ortswechsel nach Berlin war kein leichter Schritt. Was sie rette? „Ich arbeite und lese“, sagt sie im Gespräch mit der „Presse“. „Ich gehe auf die Straße hinaus und schaue mir die ergrünenden Bäume an.“

Die Presse: Unlängst hat die Öffentlichkeit von den mutmaßlichen russischen Kriegsverbrechen in Butscha und anderen ukrainischen Städten erfahren. Verstehen Sie, wie diese passieren konnte?