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AN ACTIVIST DURING THE SIX DAY FESTIVAL IN PRINZENDORF
Kunst

Hermann Nitsch: Aktionismus, Blut und Religion

Der Mitbegründer des Wiener Aktionismus ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Rückschau auf sein Leben und Werk.
19.04.2022 um 13:11
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Hauptbild • AN ACTIVIST DURING THE SIX DAY FESTIVAL IN PRINZENDORF • (c) REUTERS (HEINZ CIBULKA)
Hermann Nitsch, Mitbegründer des Wiener Aktionismus und einer der international bedeutendsten Künstler Österreichs, ist am Ostermontag im Alter von 83 Jahren gestorben. Im Bild: Nitsch  2004 in seinem Schloss in Prinzendorf
Hermann Nitsch, Mitbegründer des Wiener Aktionismus und einer der international bedeutendsten Künstler Österreichs, ist am Ostermontag im Alter von 83 Jahren gestorben. Im Bild: Nitsch  2004 in seinem Schloss in Prinzendorf
(c) Die Presse/Clemens Fabry
Er wurde am 29. August 1938 in Wien geboren. Seine Kindheit war vom Krieg geprägt. Die Mutter zog ihren Sohn alleine auf. "Ich habe in diesem Alter schon wirklich Todesangst gehabt und begriffen, was es heißt zu sterben, die Wohnung zu verlieren und kein Zuhause zu haben", schrieb Nitsch einst in einem Katalogtext.  
Er wurde am 29. August 1938 in Wien geboren. Seine Kindheit war vom Krieg geprägt. Die Mutter zog ihren Sohn alleine auf. "Ich habe in diesem Alter schon wirklich Todesangst gehabt und begriffen, was es heißt zu sterben, die Wohnung zu verlieren und kein Zuhause zu haben", schrieb Nitsch einst in einem Katalogtext.  
(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
Nach dem Krieg besuchte Nitsch in Wien die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt mit dem Ziel, Kirchenmaler zu werden. Seine Beschäftigung mit sakralen und religiösen Themen sollte ihn sein Leben lang nicht mehr loslassen. Im Bild: Gemälde von Nitsch im Schloss Prinzendorf
Nach dem Krieg besuchte Nitsch in Wien die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt mit dem Ziel, Kirchenmaler zu werden. Seine Beschäftigung mit sakralen und religiösen Themen sollte ihn sein Leben lang nicht mehr loslassen. Im Bild: Gemälde von Nitsch im Schloss Prinzendorf
(c) imago/Rolf Hayo
Mitte der 1950er-Jahre entstand seine Idee für das Orgien Mysterien Theater, prägend für alles, was danach kommen sollte. Basierend auf den griechischen Tragödien und beeinflusst von Expressionisten wollte er eine Art Urdrama der Welt auf die Beine stellen, das alle Konflikte der Menschheit abbildet. Im Bild: Abreaktionsspiel von Hermann Nitsch in München 1969
Mitte der 1950er-Jahre entstand seine Idee für das Orgien Mysterien Theater, prägend für alles, was danach kommen sollte. Basierend auf den griechischen Tragödien und beeinflusst von Expressionisten wollte er eine Art Urdrama der Welt auf die Beine stellen, das alle Konflikte der Menschheit abbildet. Im Bild: Abreaktionsspiel von Hermann Nitsch in München 1969
(c) imago images/Heinz Gebhardt (Heinz Gebhardt via www.imago-ima)
In den frühen 1960er-Jahren gründete er zusammen mit Günther Brus, Otto Muehl und Rudolf Schwarzkogler die Bewegung des Wiener Aktionismus, der sich als Kontrapunkt zur Wohlfühlkunst verstand. Gegen Nitsch und seine Mitstreiter gab es heftige Anfeindungen. Die Kunstaktionen zogen auch Prozesse und Haftstrafen nach sich. 1968 emigrierte der "Skandalkünstler" deshalb nach München. Im Bild: Abreaktionsspiel von Hermann Nitsch in München 1969
In den frühen 1960er-Jahren gründete er zusammen mit Günther Brus, Otto Muehl und Rudolf Schwarzkogler die Bewegung des Wiener Aktionismus, der sich als Kontrapunkt zur Wohlfühlkunst verstand. Gegen Nitsch und seine Mitstreiter gab es heftige Anfeindungen. Die Kunstaktionen zogen auch Prozesse und Haftstrafen nach sich. 1968 emigrierte der "Skandalkünstler" deshalb nach München. Im Bild: Abreaktionsspiel von Hermann Nitsch in München 1969
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Während er in seiner Heimat noch beschimpft wurde, stellten sich zu dieser Zeit im Ausland erste große Erfolge ein, er stellte in New York und London aus. Seine Vision eines Gesamtkunstwerks blieb, der Erwerb von Schloss Prinzendorf in Niederösterreich Anfang der 1970er-Jahre dafür wichtig.  Im Bild: Nitsch in Prinzendorf 1989
Während er in seiner Heimat noch beschimpft wurde, stellten sich zu dieser Zeit im Ausland erste große Erfolge ein, er stellte in New York und London aus. Seine Vision eines Gesamtkunstwerks blieb, der Erwerb von Schloss Prinzendorf in Niederösterreich Anfang der 1970er-Jahre dafür wichtig.  Im Bild: Nitsch in Prinzendorf 1989
(c) imago stock&people
Nitschs Lebensmittelpunkt verlagerte sich wieder nach Österreich, und Prinzendorf wurde gleichsam zum persönlichen Grünen Hügel des Meisters. Das Anwesen wurde von Beginn der 1970er-Jahre an zum Austragungsort zahlreicher Aktionen des Orgien Mysterien Theaters. Im Bild: Nitsch in Prinzendorf 1989
Nitschs Lebensmittelpunkt verlagerte sich wieder nach Österreich, und Prinzendorf wurde gleichsam zum persönlichen Grünen Hügel des Meisters. Das Anwesen wurde von Beginn der 1970er-Jahre an zum Austragungsort zahlreicher Aktionen des Orgien Mysterien Theaters. Im Bild: Nitsch in Prinzendorf 1989
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Sein Ideal des Sechs-Tage-Spiels verwirklichte Nitsch erstmals 1998 in Schloss Prinzendorf als Höhepunkt seines Schaffens. Die Veranstaltung führte zu einem enormen Medienrummel und sorgte für viel Erregung. Im Bild: Sechs-Tage-Spiel 1998
Sein Ideal des Sechs-Tage-Spiels verwirklichte Nitsch erstmals 1998 in Schloss Prinzendorf als Höhepunkt seines Schaffens. Die Veranstaltung führte zu einem enormen Medienrummel und sorgte für viel Erregung. Im Bild: Sechs-Tage-Spiel 1998
(c) REUTERS (HEINZ CIBULKA)
Proteste von Kritikern und Tierschützern begleiteten den Künstler sein Leben lang. Noch 2015 gingen Tierschützer gegen eine Ausstellung in Palermo auf die Straße - und es gab auch Anzeigen.
Proteste von Kritikern und Tierschützern begleiteten den Künstler sein Leben lang. Noch 2015 gingen Tierschützer gegen eine Ausstellung in Palermo auf die Straße - und es gab auch Anzeigen.
(c) imago images/ZUMA Wire (imago stock&people)
Die wohl größten Auszeichnungen für den Künstler waren und sind hingegen die beiden Museen in Mistelbach und Neapel, die Hermann Nitsch bereits zu Lebzeiten gewidmet wurden. UIm Vorjahr verwandelte er in Bayreuth eine halbszenische "Walküre" mit einer gigantischen Malaktion in ein Farbereignis. Im Bild: Nitsch-Museum in Mistelbach
Die wohl größten Auszeichnungen für den Künstler waren und sind hingegen die beiden Museen in Mistelbach und Neapel, die Hermann Nitsch bereits zu Lebzeiten gewidmet wurden. UIm Vorjahr verwandelte er in Bayreuth eine halbszenische "Walküre" mit einer gigantischen Malaktion in ein Farbereignis. Im Bild: Nitsch-Museum in Mistelbach
(c) imago images/viennaslide (www.viennaslide.com via www.imago-images.de)
Nitsch machte nicht nur malerische, sondern auch musikalische Kunst - zu letzteren zählten Lärmorchester, Schreichöre und elektronisch verstärkte Instrumente. Im Bild: Uraufführung von "Mythos" 1999 in der Staatsoper, Musik und Bühnenbild stammten von Nitsch
Nitsch machte nicht nur malerische, sondern auch musikalische Kunst - zu letzteren zählten Lärmorchester, Schreichöre und elektronisch verstärkte Instrumente. Im Bild: Uraufführung von "Mythos" 1999 in der Staatsoper, Musik und Bühnenbild stammten von Nitsch
(c) REUTERS (HERWIG PRAMMER)
Die letzte Realisierung der ersten beiden Tage seines im Vorjahr coronabedingt verschobenen Sechs-Tage-Spiels am 30. und 31. Juli wird Nitsch nun nicht mehr erleben.
Die letzte Realisierung der ersten beiden Tage seines im Vorjahr coronabedingt verschobenen Sechs-Tage-Spiels am 30. und 31. Juli wird Nitsch nun nicht mehr erleben.
(c) imago stock&people (imago stock&people)

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