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Die Friedenstaube „Give Peace a Hand“ von Sabine Wiedenhofer.
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Gasse der Glasbläser

Studio Berengo: "Die Künstler müssen mit uns leiden"

Wenn zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler mit Glas arbeiten, ist das Studio Berengo der Partner der Wahl. Ein Besuch in der Glasbläserei auf Murano.

Es ist – vielleicht – ein kleiner Vorgeschmack auf die Hölle. Nur die Stimmung ist besser. „Let’s go, let’s go“, ruft Marco Berengo und lädt die Besucher ein, sich ein Plätzchen in der alten venezianischen Handwerkshalle zu suchen. Kein ganz einfaches Unterfangen – ist man einem glühenden Ofen ausgewichen, spürt man im Rücken schon die Hitze des nächsten. 1100 Grad dringen aus den orange lodernden Öffnungen. Es ist heiß. Und laut. Eigentlich hätte man es sich denken können. Wenige Minuten zuvor erst hat das Boot an der Fondamenta dei Vetrai angelegt. Der Kanal zwischen den niedrigen bunten Häusern ist die „Gasse der Glasbläser“ und quasi die Flaniermeile Muranos.

Brigitte Kowanz mit ihrer Arbeit „Volumen“ im Studio Berengo, 2017 (l.), die Arbeit „tbh“ entstand 2020 als Teil der „Akronym“-Serie.
Brigitte Kowanz mit ihrer Arbeit „Volumen“ im Studio Berengo, 2017 (l.), die Arbeit „tbh“ entstand 2020 als Teil der „Akronym“-Serie.Oliver Haas/Francesco Allegretto

Das Studio Berengo versteckt sich unscheinbar hinter einer grünen Markise zwischen kleinen Touristenshops mit gläsernen Souvenirs; nichts deutet darauf hin, dass hier regelmäßig Künstler wie Ai Weiwei ein- und ausgehen. Marco Berengo wedelt passenderweise mit einer aktuellen Zeitung, die Titelseite zeigt jenen Kronleuchter Ais, der soeben in den antiken Diokletiansthermen in Rom zu sehen war.