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Ökonom bezeichnet Euro als "absolute Fehlkonstruktion"

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Euro: "Ökonomischer Quatsch"(c) AP (Petros Karadjias)
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Der "Krisenprophet" Max Otte hält ein System fester Wechselkurse für besser, glaubt aber nicht, dass es zu einer Abschaffung des Euro kommt.

BERLIN. Der deutsche Ökonom Max Otte hält den Euro für gescheitert und rät zu einer Abschaffung der Gemeinschaftswährung. "In Europa ist der Euro eine absolute Fehlkonstruktion", sagte der Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur.

Das frühere System fester Wechselkurse sei deutlich besser gewesen, weil verschiedene Volkswirtschaften sich nicht unter ein Währungsdach zwingen ließen. Den Euro wieder abzuschaffen, halte er aber für schwierig, weil die gesamte politische Klasse Europas ihr Schicksal mit der gemeinsamen Währung verknüpft habe.

"Wir kommen so leicht nicht mehr da raus"

Otte kritisierte, der Euro habe "uns die Krise in Europa verschafft und zum Beispiel den spanischen Immobilienboom erst ermöglicht, indem Spanien die niedrigen deutschen Zinsen bekam". Die Gemeinschaftswährung sei "ökonomischer Quatsch, nur wir kommen so leicht nicht mehr da raus". Otte zufolge würde es aber bereits helfen, die Volkswirtschaften einiger Randstaaten wieder aus der Eurozone zu entlassen. Als einen "kleinen Hoffnungsschimmer" bezeichnete er in diesem Zusammenhang die Eurokrise: "Wenn der Euro irgendwann auseinanderbrechen sollte, bekommen wir vielleicht ein wirklich demokratisches Europa, ein Europa, das auch den Bürgern nützt."

Otte, der 2006 das Buch "Der Crash kommt" veröffentlicht hat und seither als Deutschlands Krisenprophet gilt, hält es für möglich, Griechenland, Portugal, Spanien und Irland zu retten. Sollte die Krise jedoch Italien erreichen, werde es "wirklich schwierig", auch wenn er mit einer solchen Entwicklung bisher nicht rechne. "Im Moment würde unsere Wirtschaftskraft reichen, um die Randstaaten zu retten" und dann den Einstieg in die Inflationsgemeinschaft und in die Transferunion sozusagen zu öffnen", sagte Otte.

(APA, dapd)