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Kulturpolitik

Klassikszene unter Druck: "Wir müssen achtsam sein"

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Ob der in Athen geborene, in Russland lebende Dirigent Teodor Currentzis heuer in Salzburg auftreten darf, überlegt die Festspielleitung noch.AFP via Getty Images
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Die (angebliche) Putin-Nähe von Künstlern und Geldgebern zwingt die österreichische Klassikbranche zum Handeln. Zuletzt gerieten die Salzburger Festspiele in die Kritik. Konzerthaus-Chef Matthias Naske will die russische MusicAeterna-Stiftung nun verlassen.

Die österreichische Kulturbranche, insbesondere der Klassiksektor, ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine unter Druck geraten. Nicht nur wegen Putin-freundlicher Künstler, sondern auch wegen Verbindungen zu Geldgebern und Organisationen, die dem Kreml nahe stehen sollen. Zuletzt gerieten die Salzburger Festspiele in die Kritik. „Dass die Festspiele eine fantastische Angriffsfläche bieten, ist mir schon klar“, sagt deren Intendant Markus Hinterhäuser zur „Presse“. Er plädiert für eine differenzierte Betrachtung: „Wir müssen sehr achtsam sein. Wir werden jeden einzelnen Fall so aufrichtig, wie wir können, überprüfen.“

Zuletzt berichtete der „Standard“, dass der Festspiel-Sponsor Solway, ein Schweizer Bergbauunternehmen, nicht nur in Umwelt- und Menschenrechtsskandale verwickelt sei, sondern seine Wurzeln in der russischen Industrie habe und dem Kreml nahestehe. Das Unternehmen selbst bestreitet das. Die Festspiele wollen nun eine Untersuchung abwarten. Sofortige Konsequenzen fordern Lukas Bärfuss und Yana Ross, der Autor und die Regisseurin der heurigen „Reigen“-Adaption. Eine unabhängige Stelle solle das Sponsoring der Festspiele durchleuchten. „Das wird eh ständig durchleuchtet“, meint dazu Hinterhäuser: „Da brauche ich keinen Nachhilfeunterricht von Bärfuss und Ross.“ Er weist zudem darauf hin, dass Solway sich seit Kriegsbeginn aus Russland zurückgezogen habe. Dessen Förderbetrag – 150.000 für das Kinder- und Jugendprogramm – sei vergleichsweise überschaubar.