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Döbling

„Heurigen darf auch Kitsch sein“

Der Mayer am Pfarrplatz in Heiligenstadt wurde - im Inneren - einer Erneuerung unterzogenPfarrplatz Gastronomiebetriebs GesmbH
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Hans Schmids Mayer am Pfarrplatz wurde von BWM Architekten runderneuert.

Es sei, sagt Architekt Erich Bernard, eine durchaus aufregende Sache gewesen. „Weil der Mythos so groß ist.“ So, wie es dem heutigen Eigentümer Hans Schmid gegangen sei, als ihm der Heiligenstädter Heurige einst von Franz Mayer anvertraut wurde, „so ist es uns jetzt gegangen.“ Noch dazu, wo ein Heuriger etwas aus der Improvisation Gewachsenes sei. „Das ist das Gegenteil von Planung.“

Das "Legendenstüberl"Pfarrplatz Gastronomiebetriebs GesmbH

„Was hätte der Weinbauer gemacht?“ war denn auch die Frage, die sich das Team von BWM Architekten immer wieder beim Umbau des Mayer am Pfarrplatz gestellt hat. Selbiger Umbau betrifft nicht zuletzt die Unterteilung, die eine andere geworden ist. Wo früher das Büffet war, ist nun die „Legendenstube“ mit (neu) Zweiertischen und den alten Gästebüchern. Aus der ursprünglichen, viel zu kleinen Küche für die jeweils 500 Sitzplätze im Innen- und Außenbereich wurde ein weiteres neues Stüberl. Die Kaminstube alias Beethovenraum durfte bleiben, „wie sie in allen Geschichtsbüchern ist, ich hab nur eine Rüge bekommen, weil wir nach 40 Jahren Zigarettenrauch neu ausgemalt haben,“ meldet Geschäftsführer Clemens Keller.

Unter dem alten Pressbalken (dessen Gegengewicht im Untergeschoss entdeckt und freigelegt wurde) befindet sich nun ein „Genussshop“ für Verkostungen und Ab-Hof-Verkauf. Ein Innenhof wurde überdacht und zum „Dornröschenhof“, für einen gleitenden Übergang zum hinteren Gastgarten, „von dem selbst Stammgäste früher oft nicht wussten, dass es ihn gibt.“ Die wohl größte Neuerung ist „Fidelio“: So gemütlich viele kleine Räume seien, es habe immer die Frage nach einem großen Raum gegeben, so Keller. So wurde unter anderem aus dem ehemaligen Probusstüberl und dem Lager der (ausgelagerten) Weinkellerei besagter Saal, der mit einer flexiblen Wand geteilt werden kann. Sessel und Böden sind geblieben, einiges an Dekor kam dazu. „Heurigen muss man spüren“, sagt Keller, „und Heurigen darf auch Kitsch sein.“

Der neu überdachte "Dornröschenhof"Pfarrplatz Gastronomiebetriebs GesmbH

(tes)