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Quergeschrieben

Wiens Beziehung zu Moskau: Ein einziges Missverständnis

BP KLESTIL UND VLADIMIR PUTIN
Klestil mit Putin, im Februar 2004APA (Roland Schlager)
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Wer sich über die angeblich emotionale Nähe Österreichs zu Russland wundert, hält Liebdienerei, Opportunismus und die Liebe zum Geld für eine gute Sache.

Was waren das für reizende Bilder! Im Februar 2004 herzten Bundespräsident Thomas Klestil und seine Frau, Margot Löffler-Klestil, zwei entzückende Welpen der Marke Labrador. Ein Geschenk des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, zum Abschluss des offiziellen Staatsbesuchs der Klestils in Moskau. Als Klestil im Juli desselben Jahres plötzlich verstarb, erschien Putin zum Begräbnis. Beide Male kamen Emotionen auf, von wahrer Freundschaft war die Rede. Österreich sonnte sich in seiner vermeintlich internationalen Bedeutung.

Was war das für ein seltsames Bild! 14 Jahre später taucht Putin wieder auf, dieses Mal bei der Hochzeit der damaligen Außenministerin, Karin Kneissl, in der Steiermark. Beim Hofknicks der Ministerin kamen weniger Emotionen auf als bei den Hündchen in den Armen der Klestils, aber auch diese Bilder gingen um die Welt. Österreich war wieder wer in den internationalen Medien, wenn auch nur eine Lachnummer.

Keine Bilder gibt es vom Besuch des österreichischen Kanzlers in Moskau vor zehn Tagen, als Karl Nehammer Putin aufsuchte. Und „stolz“ war er auch nicht, wie es Klestil und Kneissl wahrscheinlich waren. Aber Österreich tauchte wieder in internationalen Medien auf.